- Datum:
- veröffentlicht am 13 Februar 2010, 22:57 MET
- Artikel:
- Web-Abenteuer Textwüste: Werkzeuge und Strategie [hyperkontext | Weblog]
- Kurz-URL:
- http://hyperkontext.at/s/246
- Thema:
- Webgestaltung
- Stichworte:
- benutzerfreundlich, Browser, Firefox, CSS, schreiben
- Reaktionen:
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Web-Abenteuer Textwüste: Werkzeuge und Strategie
Kommentare (7)
Zwei der genannten Maßnahmen funktionieren sogar für Nutzer von Screen Readern: Der Schleudersitz zum Texteditor und das Nachformatieren per Hand.
Die Suche kann darüber hinaus zumindest bei der Entscheidung helfen, ob sich das Lesen überhaut lohnt = ob der gesuchte Begriff überhaupt vorhanden ist.
Textwüsten sind aus meiner Sicht ein Ausdruck von lieblosem Umgang mit der Sprache - und oft genug auch mit Inhalten.
@Eva:
Stimmt eigentlich. Den Schleudersitz in den Texteditor werden blinde Benutzer vermutlich noch wesentlich öfter verwenden, als sehende.
Das mit dem »lieblosen Umgang mit der Sprache« ist natürlich ein Aspekt der gar nicht web-spezifisch ist, sondern quasi in das Medium »mitgenommen« wird.
Ein Tipp fehlt mir: einen Browser verwenden, der reinen Textzoom unterstützt, Firefox zum Beispiel (auch wenn man den mittlerweile umstellen muss) oder Safari. Durch zwei oder drei Klicks auf 200 bis 250% gezoomt macht auch die schlimmste Wüste einigermaßen lesbar. Der Text wird viel größer und automatisch die Zeilen dadurch proportional kürzer.
Deshalb bevorzuge ich auch Layouts in statischer Breite und nicht wie das hier in dynamischer Breite. Vorteile bringt der Textzoom nur, wenn er _nicht_ die Breite der Seite vergrößert sondern eben nur den Text, der dadurch neu umbrechen muss.
@Peter:
Danke für den Hinweis.
Unter den gängigen Browsern ist aber eigentlich nur Opera, der nur Seitenzoom hat.
Selbst der IE unterstützt zumindest eine Schriftgrößenveränderung in Stufen (klein, mittel, und so). Ausgenommen natürlich die Tatsache, dass das
a) bei Pixelangaben im CSS - nach wie vor - nicht greift und
b) wohl die wenigsten IE-Benutzer diese Option kennen.
Das Argument mit der statischen Breite in diesem Bezug relativiert sich, wenn das Sichtfenster verkleinert wird. Dann bricht auch der Text im nun kleineren Viewport um.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Studien zum Blocksatz heute noch Gültigkeit haben: Vorausgesetzt, dass der schwankende Wortabstand das Usability-Problem war, schaffen Javascripte für automatische Silbentrennung heute Abhilfe. Somit sieht Blocksatz aus, wie im Print, wo sich diese Lesekonvention der gerade Ränder nun schon seit ein paar Jahren hält.
Mit Blocksatz können deutlichere Abgrenzung von Textblöcken auf der übergeordneten Ebene statt finden. Der Whitespace lenkt dort das Auge, wo Inhalt und Meta-Inhalte (Kommentare, Navigation, Meta-Information zum Text etc) nebeneinander stehen. Für Seiten, die viele Texte, statt nur eines Textes präsentieren, halte ich Blocksatz deswegen für gerechtfertigt.
Dem Rest kann ich nur beipflichten. Gutes Layout beginnt mit gutem HTML. Noch ein Tip für die Zeilenlänge in dynamischer Breite (so wie hier): Einfach das Browserfenster schmaler machen.
@erz:
Interessanter Input zum Blocksatz.
Zitat:
Keine Frage. Darüber hatte ich auch schon mal geschrieben:
Silbentrennung und bedingter Zeilenumbruch in HTML-Dokumenten.
Das funktioniert auch ganz gut und für Wordpress gibt es ja sogar ein spezielles Plug-in dafür.
Trotzdem gibt es zwischen dem Lesen auf Papier und Bildschirm erhebliche Unterschiede bei langen Texten.
Auf dem Screen wird viel mehr gescannt (das berühmte F-Schema). Daher sollten Texte für das Web auch mehr Zwischenüberschriften enhalten und Absätze kürzer sein, als auf Papier.
Das gilt natürlich nicht für kurze Texte, zum Beispiel Teaser in mehreren Spalten. Dort ist Blocksatz auch sinnvoll.
Im Fließtext frage ich mich aber, welchen Nutzen die lesende Person aus Blocksatz ziehen soll? Das einzige Argument welches ich immer wieder höre ist, dass das Schriftbild insgesamt dann »schöner und kompakter« aussieht. Ja, auf den ersten Blick sieht ein kompaktes »Rechteck« aufgeräumt aus. Für das tatsächliche Lesen ist diese Ästhetik letztendlich aber unerheblich.
Im (Zeitungs)Druck ist Blocksatz schlicht auch ein wirtschaftliches Argument, Platz effizient zu nutzen. Im Web zählt das aber auch nicht.
Ich weiß, das ist ein umstrittenes Thema und meine Position ist da sehr eindeutig:
Blocksatz in einspaltigen Fließtexten im Web ist unnötig und entbehrlich.
Übrigens:
Ich bin schon länger geneigter Mitleser Eurer Kontextschmiede (außer den Sportthemen). Auch hier setze ich manchmal mein »Anti-Blocksatz-CSS« ein, was der Qualität der Texte ja keinen Abbruch tut ;)
Urk, ich brauche mal ein geschicktes Tool, dass alle Kommentare sammelt, die ich im Netz abgebe und mich erinnert, die Diskussion weiterzuverfolgen. Bin gerade auf der Suche nach Hintergründen für meine neue Reihe über Medienkompetenz und deswegen wieder hier gelandet. Das Interesse ist wohl reziprok. Danke für das Kompliment an unsere Autoren!
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