HTML5-Element menu: Nicht für Website-Navigation gedacht

Kommentare (4)

#1 von Peter Kröner am 29. Juli 2011

Es gibt in HTML5 ein Element für Navigationen, nämlich <nav>. An dieser Stelle <menu> zu verwenden ist in etwa so falsch, wie eine Tabelle aus Divs zusammenzubauen – nicht nur falsch, sondern auch unnötig. Wenn es das richtige Element gibt, warum dann das falsche nehmen?

Der Unterschied zwischen den beiden Elementen besteht auch nicht nur aus Semantik, so hat zum Beispiel das <nav>-Element vordefinierte ARIA-Eigenschaften. Auf <li>-Elemente in <menu>-Elementen können gewisse Pseudoklassen zutreffen, die sie in normalen Listen nie haben würden. Und so weiter.


#2 von Gerald, hyperkontext am 29. Juli 2011

@peter:
Danke für die weiteren Ausführungen unseres HTML5-Erklärbären (deine eigene Definition) ;)

Für die meisten wird wohl zählen, dass sie einfach statt <ul> das <menu> verwenden können. Hingegen bei <nav> noch zusätzlich ein ul-Element eingefügt werden müsste.

Das mit den ARIA-Eigenschaften ist für Ahnungsbefreite sicherlich kein Argument, weil sie zuerst mal ARIA verstehen müssten.


#3 von Peter Kröner am 29. Juli 2011

Doch, das ist gerade für die Ahnungsbefreiten ein Argument! Wenn sie die richtigen Elemente für den richtigen Zweck verwenden, wird ihre Seite nämlich automatisch zugänglicher - und zwar ohne dass sie von der Materie Ahnung haben müssten. Wenn man das so erklärt, zieht das in aller Regel schon :)


#4 von Gerald, hyperkontext am 31. Juli 2011

@peter #3:
So gesehen geb ich dir recht. Das ist natürlich ein logisches und sinnvolles Argument - allerdings für Ahnungslose.

wird ihre Seite nämlich automatisch zugänglicher.

Ich schweife aber jetzt mal ab mit subjektiven Definitionen:

Ahnungsbefreite vs. Ahnungslose

Ahnungsbefreite hingegen - von denen ich rede - ereifern sich gar nicht von etwas Ahnung zu bekommen, weil das entweder für die Ausübung ihrer Tätigkeit sogar hinderlich wäre oder das wahnhafte Kompetenzgehabe untergraben würde. Ersteres ist systemimmanent und zweiteres notwendig zum Einstieg in das System.

Ahnungslose trachten eher danach Ahnung zu bekommen, was zum Beispiel Zugänglichkeit heißt, um danach zu handeln.

Ich wähle diese Unterscheidung subjektiv bewusst. Und subjektiv habe ich das Gefühl, die Ahnungsbefreiten werden immer mehr, weil es zum System der gängigen Entscheidungsprozesse dazugehört.

In anderen Zusammenhängen sprechen wir vom mehr bekannten Phänomen des Reduktionismus. Ich erinnere hierzu an das gern gebrauchte Argument, »steht nicht im Gesetz« oder »Blinde brauchen unsere Site nicht«.


Datum:
veröffentlicht am 29 Juli 2011, 20:53 MET
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