Xenu’s Link Sleuth: Tote Links finden mit dem bewährten Linkchecker

Freitag, 26 September 2008 23:49 MET

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Dieses kleine Programm unter Windows existiert in der Urfassung schon seit 1997 und spürt auch für mich seit vielen Jahren zuverlässig Verweis-Leichen oder geänderte URIs (Uniform Resource Identifiers) auf.

Vor allem die Ursachen von Umleitungen zeigen uns, dass Überprüfung von gesetzten Links auch mit Unterstützung von Software zeitaufwändig bleibt aber notwendig ist.

Das Problem Broken-Links, das sich vor vielen Jahren auch mir stellte: Ich habe 2001 eine Lösung gefunden, die sich für mich auch heute noch bewährt.

Dass andere Menschen vor genau der selben Aufgabe stehen könnten wie wir, die uns vor vielen Jahren zur (zufriedenstellenden) Suche nach einer Problemlösung veranlasste, kommt uns zu selten in den Sinn. Das führte mir jüngst ein Eintrag im Kulturmanagement-Blog vor Augen: Tote Links.

Natürlich hinterließ ich Christian den Tipp, Xenu's Link Sleuth einmal zu testen.

Nun gibt es aber jeden Tag wahrscheinlich zahlreiche Leute, die das Phänomen der Broken-Links zum ersten Mal erkennen und nach einer Lösung suchen. Und es gibt viele Wege (und Programme) zum Ziel und jeder findet seinen (seines). Deswegen verweise ich am Schluss des Beitrages auch auf eine gefundene Liste von ähnlichen Programmen.

Tote begraben

Tote Links zu finden kann schon bei kleinen Websites zu einer mühsamen Aufgabe werden. Manuell ist das zeitraubend und eine Sisyphusarbeit – nie wirklich vollendet.

Um Tote zu begraben, müssen wir sie finden.

Es gibt verschiedene Programme für unterschiedliche Umgebungen, die uns diese Arbeit abnehmen. Oft wollen wir die Verweise auf externe Seiten testen, manchmal aber auch die interne Seitenstruktur.

Kaum ein CMS (Content Management System) bietet so ein Feature für den Produktivbetrieb bereits im Core-System. Manche Systeme lassen sich durch Module zur regelmäßigen Prüfung externer Verweise erweitern. Web-Editoren bieten ähnliche Werkzeuge für die Entwicklungsphase an, um auf statischen Seiten die korrekte interne Verlinkung einer Site sicherzustellen.

Wir sollten aber so manch unscheinbare Desktop-Helferlein nicht vergessen, die zumeist auch sehr universell eingesetzt werden können.

Xenu's Link Sleuth

Dieses kleine Programm unter WindowsXenu's Link Sleuth – existiert in der Urfassung schon seit 1997 und spürt auch für mich seit vielen Jahren zuverlässig Verweis-Leichen oder geänderte URIs (Uniform Resource Identifiers) auf.

Nein, dieser Beitrag ist keine Bedienungsanleitung und Hilfe zu dem Programm (siehe hierzu das Quellenverzeichnis). Die folgende Auflistung soll nur die markantesten Punkte aufzählen.

  • Ausschließlich auf Windows-Systemen einsetzbar.
  • Keine klassische Installation! Das Programm bedient sich der wininet.dll im System-Verzeichnis. Die Größe der ausführbaren Datei ist cirka 450KB.
  • Mit etwas Kenntnis von Zusammenhängen und Begriffen zu Server-Umgebungen und Internet, ist das Programm selbsterklärend.
  • Prüft externe und interne Verlinkungen jeder Site in interner und externer Umgebung.
  • Die zu durchsuchenden Seiten lassen sich auf bestimmte Bereiche einer Site einschränken; die Bedingungen und Reports sehr fein abstimmen.

Achtung: Das Testen aller Seiten fremder Websites kann als verdächtiger Vorgang interpretiert werden!

Praktische Hinweise

Da mit dieser Software jede Site im Internet durchsucht werden kann, kann sie in eingeschränktem Umfang damit auch als Schnüffler eingesetzt werden.

Einige Websites betrachten den User-Agent von Xenu's Link Sleuth daher als dubiosen oder zumindest unbekannten Schnüffler und liefern ihm per .htaccess-Datei eine Fehlermeldung (zum Beispiel Wikipedia oder Spiegel-Online).

Scheintote, Vermisste und Irregeführte

Für technisch weniger versierte Anwenderinnen beziehungsweise mit dem Programm noch nicht erfahrene, nachfolgend ein paar Tipps zu Fehlermeldungen, wenn externe Verweise geprüft werden.

Diese Meldungen sollten im Kontext interpretiert und gegebenenfalls manuell nachgeprüft werden:

Vor allem die Ursachen von Umleitungen zeigen uns, dass Überprüfung von gesetzten Links auch mit Unterstützung von Software zeitaufwändig bleibt aber notwendig ist!

forbidden request, error412 oder error403

Verboten; die Seite ist für nicht authentifizierte Benutzer oder bestimmte IP-Nummern nicht (mehr) erreichbar.

Scheintot; Wie schon vorher erwähnt, einige Sites blockieren dieses Programm grundsätzlich und liefern dann solch eine Fehlermeldung.

not found (error404)

Tot; Die Seite existiert schlicht nicht mehr.

Scheintot; Manchmal wird aber auch mit dem error404 nur der Zugriff mit diesem Programm blockiert; daher manuell nachprüfen.

redir (redirect, Umleitung) - nicht zwingend eine Fehlermeldung

Umleitung 1; Gut gepflegte Websites, die ihre interne Verweis-Struktur ändern, veranlassen durch einen Eintrag in der Server-Konfiguration, dass die bisherigen URIs auf die neue weitergeleitet werden und nicht als not found enden. Wir können nun

  1. diese Arbeit weiter dem dortigen Server überlassen oder
  2. besser: Manuell unseren Verweis auf den neuen umstellen.
    Vorteil: Die gewöhnliche Auszeichnung für Besuchten Link wird auf unserer Seite dann auch wieder korrekt angezeigt und der dortige Server hat weniger Arbeit und die verlinkte Seite wird schneller (meist kaum spürbar) angezeigt.

Umleitung 2; Manche Sites ändern im Laufe der Zeit Kleinigkeiten. Zum Beispiel den ursprünglichen Verweis http://www.domain.tld nun auf http://domain.tld und veranlassen bei vorangestelltem www eine Umleitung. Hier gilt die selbe Vorgangsweise wie vorhin erklärt.

Vermisst; Andere Implementierungen verweisen durch Änderung der internen Link-Struktur bei nicht existierenden URIs generell auf die Startseite (Homepage). In diesem Fall wird es etwas aufwändiger, weil wir – eventuell über eine dort vorhandene Suchfunktion – manuell nachprüfen müssen, ob die von uns angegebene Seite überhaupt noch existiert.

Scheintot; Wie schon vorher zwei Mal erwähnt, blockieren einige Sites dieses Programm vorsichtshalber. Das geschieht bei einigen wenigen mit einer Umleitung auf irgendwelche bekannte Portale, wie zum Beispiel Google oder Yahoo.

Irregeführt; Gefährlich wird es bei beabsichtigter Irreführung!

Manch bauernschlaue Gesellen präparieren mit Vorsatz Seiten die gut verlinkt werden und setzen nach einiger Zeit eine automatische Umleitung auf vollkommen anderen Inhalt, welcher Natur auch immer. Das kann letztendlich auch ein Sicherheitsproblem für Benutzerinnen unserer Seiten werden.

Beliebt ist diese Vorgangsweise im Zusammenhang mit Kommentaren in Weblogs, Foren und sozialen Netzwerken.

Anmerkung zum Namen Xenu

Der Programmierer ist öffentlicher Kritiker einer massiv umstrittenen Sekte, die weltweit agiert. Der Name Xenu ist offenbar ein Schlüsselbegriff dieser Sekte (siehe Wikipedia Eintrag hierzu). Auch das Logo des Programms deutet auf einen Zusammenhang hin.

Warum Tilman Hausherr mit dem Namen und dem Logo seiner Software damit einen nebulosen Kontext schafft, habe ich auf seiner Website nicht gefunden. Welche Intention und Absicht genau dahintersteckt, müssten Sie ihn wohl direkt fragen (oder tiefer recherchieren).

Mit Sicherheit verhält es sich aber nicht so, dass das Programm Spyware aus dem Dunstkreis dieser umstrittenen Sekte wäre und der Autor sich nur als Kritiker tarnen würde, wie vor einigen Jahren einmal in einer privaten Kumpelrunde diskutiert wurde. Dafür ist das Programm schon zu lange auf dem Markt und zu bekannt; so etwas wäre schon aufgeflogen.

Abschnitt 1 von 1

Quellenverzeichnis

  1. Xenu's Link Sleuth – die Download-Seite des Autors
  2. Online Xenu manual
  3. Xenu Linkchecker Usergroup [Yahoo Tech-Groups]
  4. Broken Links mit Link Sleuth erfassen [aspheute.com] – deutsche Beschreibung
  5. Innnards: XENU linkchecker software: why does it hate Wikipedia? [boutell.com]

Weitere Verweise zum Thema

Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 7. August 2010 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 26 September 2008, 23:49 MET.
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Kurz-URL:
http://hyperkontext.at/s/162
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