wien.at - Webstandards und angewandte Barrierefreiheit

Freitag, 10 August 2007 21:10 MET

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Webgestaltung, Empfehlungen  
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wien.at - Webstandards und angewandte Barrierefreiheit [hyperkontext | Weblog]

Wie eine barrierearme Site nicht nur ein Schlagwort bleibt, gepflegt und gelebt wird und sich bewährt, kann auf den Seiten der Stadt Wien nachvollzogen werden.

Und das auch gleich in vier Sprachen. Respekt!

Fast schon ein Klassiker

Da ich als Wiener nun mal öfter auf den Seiten vorbeischaue, konnte ich als Benutzer schon über zehn Jahre miterleben, wie hier Stück für Stück an der Verbesserung des Angebotes gearbeitet wurde. Ab 2005 wurde die Website ganz gezielt auf Zugänglichkeit und Einhaltung von Webstandards getrimmt. (siehe Die Geschichte von wien.at)

Standardkonformität wird ernst genommen

Die wichtigste Botschaft ist, dass dieser Themenkomplex kontinuierlich ernst genommen wird und offenbar auch von kompetenten Leuten begleitet und betreut ist.

Wir betrachten deshalb unsere Bemühungen in Sachen Barrierefreiheit mit dem Relaunch 2005 nicht als abgeschlossen, sondern sehen ihn als kontinuierlichen Prozess, unser Portal weiter zu verbessern. wien.at 2005 zum Relaunch

Sprach- und Abkürzungsauszeichnungen finden sich sogar in den Tiefen dieser Website. Gerade mal an den Schnittpunkten, wo Anbindungen an andere Datenbanken – offenbar via Microsoft-Server und Scriptsprache – erfolgen, wird es manchmal holprig. Auf etlichen Seiten kommt die Überschriftenordnung durcheinander oder zeigt Lücken.

Das Gesamtbild ist aber auch nach mehr als zwei Jahren angewandter Webstandards hervorragend und signalisiert, dass Barrierefreiheit hier dauerhaft ernst genommen wird.

An manchen Schnittpunkten ist allerdings Schluss

Wenn es zum Beispiel

  • zum Wiener Krankenanstaltenverbund geht, ist der zwar visuell schön in das Gesamtbild eingebettet, mit Standardkonformität ist dort dann aber ziemlich Schluss.
  • wenn Gesetzestexte (Beispiel) plötzlich in einem völlig unsemantischen HTML (Hypertext Markup Language) -Gemisch aufbereitet werden.

Die Besonderheiten

In so einem riesigen Projekt gibt es natürlich immer etwas zu diskutieren:

  • Einige Auflistungen in Tabellen würden in einer Kombination aus Definitions- und ungeordneter Liste durchaus semantischer rüberkommen.
  • Was ich im Artikel zum Amtshelfer auch schon argumentiert hatte: Ein eigenes Stylesheet für Handhelds wäre anzuraten.
  • Offenbar findet gerade ein schrittweiser Übergang der Dokumententypdefinition HTML4.01 Transitional auf XHTML1.0 Transitional statt. Einige Seiten werden mal so und mal so ausgeliefert. Ich frage mich warum, weil das eh so gut wie das Selbe ist.

Die gesamte Website erzeugt einfach eine stimmige Resonanz in der alles zueinander passt, ohne besonders aufzufallen. Es ergeben sich somit zwei erwähnenswerte Einzelheiten:

Die Kontinuität der Qualität

Einen gleichbleibenden Qualitätsstandard in so einem großen Projekt (rund 43.000 Seiten) umzusetzen und beizubehalten, ist wohl die schwierigste Aufgabe. Und das ist im Großen und Ganzen gelungen beziehungsweise gelingt.

So gesehen und unter der Beachtung der Projektgröße, halte ich wien.at – aus Sicht von Webstandards und Barrierefreiheit – für die durchgehend praktikabelste Website einer großen österreichischen Institution beziehungsweise Behörde. Abgesehen von Webstandards ist die Aktualität – nicht nur des Hauptbereiches – herausragend gut und viele Informationen werden in vier Sprachen angeboten.

Eine Open-Source Lösung

Das gesamte Content Management System basiert auf einer Open-Source Lösung, die selbst weiter programmiert wird und zu einem späteren Zeitpunkt kostenlos für Betreiber von Websites zur Verfügung gestellt wird. Als Teilprodukt steht jetzt schon die Netzwerkanwendung vieW4 (vienna World Wide Web Workgroups) zur Verwaltung von Dokumenten zum Download zur Verfügung. Soweit ich das jetzt mal alles richtig verstanden habe.

Etwas ZwoNull könnte nicht schaden

Jetzt fehlt nur noch etwas von den Interaktionsmöglichkeiten des Mitmach-Webs. Es zeigt sich nämlich auch hier ganz eindeutig, dass Diskussionsforen anzubieten – ganz in Web 1.0 Manier – meist nicht geeignet ist. Aus der Web 1.0 Ära haben wir gelernt, dass erst durch Interaktionen aus dem virtuellen Kontext ein zusätzliches Bedürfnis der Community zu einem Forum entstehen könnte oder es sind ganz gezielt spezielle Bereiche, wie zum Beispiel Frauennotruf auf diesen Seiten oder Support-Foren zu Produkten.

Oder ein Forum wird wirklich hervorragend moderiert und Themen getrieben, wobei diese Form heute gemeinhin eher als Weblog geführt wird. Ansonsten bleiben Foren als Einzelprodukt entweder verwaist oder dienen Trollen und Programmen als Plattform zur digitalen Verwahrlosung.

Wien.at ist auf jeden Fall ein Highlight im sonst meist tristen Code-Gemurkse auf Behördenseiten.

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Quellenverzeichnis

  1. wien.atWebsite der Stadt Wien

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Datum:
veröffentlicht am 10 August 2007, 21:10 MET.
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