Webdesigner aus der Hölle oder Suchmaschinen sind auch blind

Mittwoch, 16 Dezember 2009 14:36 MET

Thema:
Kommunikation  
Stichworte:
, ,  
dieser Artikel  
Büste mit verschränkten Armen, hämisch grinsendes Gesicht mit Teufelshörnern
Webdesigner aus der Hölle oder Suchmaschinen sind auch blind [hyperkontext | Weblog]
Kommentare 1

Lustige Anekdoten über Kunden und Kollegen aus dem Bereich Webdesign lassen sich seit kurzem gesammelt nachlesen.

Die hier zitierte Anekdote offenbart einen inkompetenten Webworker. Wenn die Geschichte also lustig wirken soll, dann würde sie in eine Rubrik »Webdesigner aus der Hölle« passen.

Der Markt ist nach wie vor unübersichtlich. Für Auftraggeber ist es mitunter ein Glücksspiel, an echte Fachleute zu geraten.

Webdesigner aus der Hölle

Lustige Anekdoten über Kunden und Kollegen lassen sich seit kurzem auf der Website Aus der Hölle nachlesen. Von der Startseite gehts zu zwei Rubriken als Subdomains: Kunden aus der Hölle und Kollegen aus der Hölle.

Auch wir können unsere Erlebnisse dort (anonym) unterbringen.

Mit 13. Dezember findet sich unter quasi »doofe Kunden« eine Geschichte, die zum Nachdenken anregen sollte.

Ob nun erfunden oder tatsächlich erlebt: Diese Anekdote offenbart einen inkompetenten Webworker (Originaltext) – der nicht einmal seine Arbeitsgrundlagen begriffen hat – oder einen, der seine Kunden einfach verarscht.

Mit Verlaub, auch Suchmaschinen sind blind

Wenn wir nur ein Objekt und ein Subjekt dieser Geschichte austauschen (mit eckigen Klammern angegeben), wird die Inkompetenz dieses Webworkers auch für Laien deutlich.

Kunde

Unser Online-Katalog und der Print-Katalog sind allesamt komplett unbrauchbar. Wir hatten eine Beschwerde von einem Kunden aus Oberstdorf [Mountain View, California, USA], der die Seite nicht benutzen kann und den Katalog abbestellt [nicht in seinen Index aufgenommen] hat.

Haben Sie seine Beschwerde-E-Mail gelesen?

Webworker

Ja. Mit Verlaub, da kann ich wenig tun, der Mann [Crawler des Betreibers] ist blind.

Quelle Originaltext: Alles unbrauchbar - Kunden aus der Hölle

Erklärung für Laien:
Wie ein Such-Crawler eine Website erfasst oder ein Screen-Reader und Braille-Gerät, die eine Seite einem blinden Menschen zugänglich machen, ist nicht sehr unterschiedlich. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr hoch, dass eine Seite die ein Blinder nicht lesen kann, auch einem Crawler unzureichend zugänglich ist. Daher werden Suchmaschinen auch keine guten Suchergebnisse solch einer Website liefern.

Auf gut Deutsch: Der Doofe ist in diesem Fall der Webworker und nicht der Kunde, so wie die eingeordnete Kategorie suggerieren will.

Wenn die Geschichte also lustig wirken soll, dann würde sie in eine Rubrik »Webdesigner aus der Hölle« passen. Die fehlt aber leider auf der Site Aus der Hölle.

Weitere Beispiele aus der Hölle

Spontan kann ich auch noch zwei Geschichten beisteuern.

  • Webstandards? Was soll das sein? Wer soll das geschrieben haben, wurde mir von einem keck erwidert, der aufgrund seiner Position und Tätigkeit das so wissen müsste, wie ein Mechaniker einen Schraubenzieher von einem -schlüssel unterscheiden können sollte. Ich hatte darüber schon einmal einen Absatz verloren.

  • Mit einer deutschen Tastatur können Sie kein schwedisches Zeichen auf Ihre Webseite bringen, meinte ein Webworker einer Agentur zu der Redakteurin des Auftraggebers.

    Diese unfassbare Inkompetenz wurde mir aus vertraulicher Quelle erzählt. Die Leute wollten einfach nur wissen, wie sie ein schwedisches Sonderzeichen korrekt darstellen können.

Unübersichtlicher Markt

An diesen Beispielen sehen wir wie unübersichtlich der Markt ist. Für Auftraggeber ist es mitunter ein Glücksspiel, an echte Fachleute zu geraten, welche den Kontext ihres Berufes überhaupt schon verstanden haben.

Auftraggeber die nichts bezahlen wollen, dürfen sich natürlich nicht wundern, wenn sie an vollkommen inkompetente Leute geraten.

Hoher Preis bedeutet nicht automatisch mehr Kompetenz.

Es gibt allerdings auch – meist größere – Web-Dienstleister, die zwar astronomische Preise verlangen (und bezahlt bekommen), denen zugleich aber jedes fachliche Verständnis zu ihrer beworbenen Tätigkeit fehlt.

Willige Opfer solcher »Dienstleister« sind vor allem große Unternehmen, die durch Bürokratie, Freunderlwirtschaft und – nicht verwunderlich – oft durch teilnahmslose und demotivierte Angestellte geprägt sind.

Abschnitt 1 von 1

Interessante Verweise zum Thema:

Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 16. Dezember 2009 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 16 Dezember 2009, 14:36 MET.
Artikel:
Webdesigner aus der Hölle oder Suchmaschinen sind auch blind [hyperkontext | Weblog]
(twittern)
Kurz-URL:
http://hyperkontext.at/s/238
Thema:
Kommunikation 
Stichworte:
, ,  
Reaktionen:
Kommentare 1

Kommentare (1) ansehen

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Mögliche themenverwandte Artikel aus dem Weblog

Blättern (chronologisch)

älterer Artikel »
November 2009 im Kontext