Urlaub 2.0 in Österreich: Mit Weblogs im Gespräch bleiben

Montag, 27 Juli 2009 20:31 MET

Thema:
Kommunikation  
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Kopf einer Kuh, die direkt in die Kamera blickt
Urlaub 2.0 in Österreich: Mit Weblogs im Gespräch bleiben [hyperkontext | Weblog]
Bezugnahme 2

Das Web ist Gespräch. Blogs geben die Möglichkeit im Gespräch zu bleiben. Einfach authentisch sein, Verbindungen erkennen und Netzwerke pflegen. So einfach isses, wie wir in Österreich oft sagen.

Mittlerweile gibt es einige Tourismus-Blogs aus und über Österreich, die regelmäßig über ihre Region, ihr Geschäft oder ihr Hotel berichten. Im Zuge einer Recherche stieß ich auf diese erfreuliche Tatsache und sah mal genauer hin.

Passt auch gleich zur Urlaubszeit. Schönen Urlaub 2.0 in Österreich!

Mit dem Reden kommen die Leute zusammen

In unserem Dialekt sagen wir oft, Mi’m Red’n kumman d’ Leit z’samm, und genau das machen authentische Blogs. Das Web(2.0) ist Gespräch, wie Anja C. Wagner in ihrem eduFutureBlog unlängst wieder einmal anmerkte:

Es geht nicht mehr darum, ein (geschöntes) Bild von sich zu malen, sondern es geht darum, seinen persönlichen Entwicklungsprozess abzubilden. Möglichst authentisch, möglichst regelmäßig, möglichst unverstellt. Das Web als Gespräch

Genau das ist mir nun vor kurzem durch eine Recherche aufgefallen: Mittlerweile gibt es einige Tourismus-Blogs aus und über Österreich, die sehr authentisch und regelmäßig über ihre Region, ihr Geschäft oder ihr Hotel berichten. Nicht nur als Hobby, sondern natürlich auch mit berechtigtem geschäftlichen Interesse.

Blogs geben die Möglichkeit im Gespräch zu bleiben.

Wozu teure Kampagnen produzieren, wenn Menschen aus dem Unternehmen, dem Land, genau darüber berichten können, was potentielle Urlauber interessieren könnte. Sie schreiben und zeigen Fotos, wo sie radeln, klettern, wandern, Schi fahren, faulenzen und essen.

Dabei ist es überhaupt nicht verlogen, dass zum Beispiel die Leute vom Blog Tirol Werber der Firma Tirolwerbung sind und das Blog von dieser auch getragen wird, weil es offen deklariert ist.

Wenn Sie also einen Urlaub in Tirol in Erwägung ziehen, dann verfolgen Sie einfach eine Zeit lang die Erlebnisberichte, die Verlinkungen und Tipps.

Genauso empfinde ich das zum Beispiel auch mit dem Blog der Österreich Werbung, wo einige erfahrene Kenner der österreichischen Tourismus-Szene regelmäßig über kulinarische Erlebnisse und Geheimtipps schreiben.

Der entscheidende Unterschied zu unpersönlichen Werbeaktionen:
Diese Menschen machen ihren Beruf offensichtlich gerne und fühlen sich in der Region wohl, für die sie sich ins Zeug legen.

Im Gespräch bleiben

Urlaubern Orientierung geben, Möglichkeiten zeigen, Vertrauen schaffen und im Gespräch bleiben.

Wenn ich sehe und spüre, dass die Menschen über authentische Erlebnisse schreiben und den erwähnten frischen Käse von der Alm schon selbst gegessen haben, das angepriesene Hotel nicht nur deswegen empfehlen weil sie dafür bezahlt wurden und dann auch noch meine Fragen beantworten, dann machen die Leute genau den Job den sie machen sollen.

Übersetzen wäre konsequent

Für beide vorhin genannten Blogs wäre eine jeweils zeitnahe professionelle Übersetzung der Beiträge in Englisch, vielleicht Russisch, Italienisch und Französisch durchaus angezeigt. Natürlich auch gleich für Suchmaschinen in dieser Sprache optimiert.

Das wäre meiner Ansicht nach die konsequente Fortsetzung dieses Weges.

Einfach authentisch sein

Oder nehmen wir die Frau Martina Fuchs, die seit Mai 2003 im Hotel Glockenstuhl (Tirol) als Rezeptionistin arbeitet und für das Marketing des Hotels zuständig ist.

Woher ich das weiß? Weil sie ein Blog schreibt: Neuigkeiten aus dem Hotel Glockenstuhl in Westendorf.

Dank der vielen Fotos sehe ich auch wie die Umgebung aussieht, kann ich über das Hotel und die Menschen etwas erfahren und würde mich bei erstmaligem Aufenthalt dort nicht ganz fremd fühlen.

Wenn es mir gefallen hat, würde ich sicher auch nach dem Hotelbesuch die Einträge der Frau Fuchs weiter lesen wollen, um über Vorkommnisse und Veränderungen informiert zu sein. Auch mal den ein oder anderen Kommentar abgeben und vielleicht dabei einen weiteren Aufenthalt ins Auge fassen.

Auch das Erlebnistagebuch vom Hotel Tiroler Adler ist ein stetig gepflegtes Werk, das – sowohl potentiellen als auch Stammgästen – kontinuierlich authentische Informationen liefert.

Und um das Beispiel eines großen Unternehmens zu bringen, das Weblog des Holiday-Inn in Villach. Ist zwar noch ein etwas zögerlicher und sporadischer Versuch, aber vielleicht wird’s noch was.

Verbindungen erkennen und Netzwerke pflegen

Ich stieß auf ein interessantes Blog über Bergtouren (In da Heh) einer offensichtlich begeisterten Bergwanderin.

Es gibt oft nicht so un­mittel­bare Zusammen­hänge.

Wenn wir ein bisschen genauer darin lesen und auch die wunderschönen Fotoaufnahmen betrachtet haben bemerken wir, dass die Dame das wohl irgendwie professionell macht und landen auf der digitalen Visitenkarte der Wander- und Schneeschuhführerin Sabina Haslinger.

Dort erklärt sie uns dann genauer wer sie ist und sie durchaus auch gerne mit uns eine Wanderung in die entlegensten Winkel und Berge von Österreich machen würde, weil sie sich da wohl gut auskennt. Wenn wir Lust haben, sollen wir doch zu ihr Kontakt aufnehmen.

So etwas nenne ich sympathische, authentische Werbung 2.0 für Urlaub in Österreich.

So isses!

Auch das – mir schon vor meiner Recherche bekannte – Online-Magazin So Isses! von Monika Meurer über das Lieser- und Maltatal in Kärnten ist ein gelungenes Beispiel für Authentizität. Als Initiative einer Privatperson gestartet, die so begeistert von der Gegend war, dass sie jetzt dort lebt.

Mittlerweile werden neben aktuellen Berichten und Bildern auch Zimmer und Ferienhäuser über die Plattform vermittelt.

Diese paar Beispiele zeigen, wie das Web(2.0) ehrliche Gespräche schafft.

Da braucht es keine pompösen Bullshit-Bingo-Kampagnen, die mir mit infantilen Blogeinträgen weismachen wollen, wann meine Zeit ist.

So einfach isses (ist es), wie wir bei uns oft sagen. Schönen Urlaub 2.0 in Österreich!

Abschnitt 1 von 1

Wichtige Nachsätze

  1. Falls jetzt irgendwer die Vermutung anstellt, dass das ein verdeckter, bezahlter Auftragsartikel wäre: Nein, das ist kein beauftragter Blogeintrag! Wenn es so wäre, würde ich das deutlich kennzeichnen.
    Ich freu mich manchmal einfach darüber, dass ich auch positive Beispiele zu Social-Web finde. Und in diesem Fall auch noch aus meiner Hassliebe zu dem Land auch mal den liebevollen Teil rauskehren kann.
  2. Ich habe mit Tourismus nix am Hut, kenne viele Hintergründe daher nicht und habe diese Blogs bloß im Zuge einer Kurzrecherche gefunden. Mir geht es hier nur um die Betrachtung des angewandten Social-Web.
  3. Ich habe auch nicht mit Tourismus-Blogs anderer Ländern verglichen, ob die besser oder schlechter sind. Es hat sich ergeben: Urlaubszeit > Recherche > Zufall > Österreicher.
  4. Das ist keine Bestenliste oder sowas. Ich habe im Zuge meiner Recherche noch einige andere gute Tourismus-Blogs gesehen und wahrscheinlich einige gar nicht entdeckt. Ich habe mir dann nur die herausgepikt, die in diese Geschichte gepasst haben.
  5. In den Kommentaren sind natürlich auch gerne weitere gute Beispiele gesehen, aber bitte keine dumpfbackenen Werbeversuche von jedem x-beliebigen Hotel. Kommentare werden moderiert und plumpe Werbung erst gar nicht freigeschaltet.

Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 27. Juli 2009 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 27 Juli 2009, 20:31 MET.
Artikel:
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