September 2009 im Kontext
Mittwoch, 07 Oktober 2009 18:17 MET
Webgestaltung im September 2009
Die Langeweile am eigenen Design ist selten das beste Argument für ein radikales Re-Design. 3 K im UI Design – Konstanz, Konsistenz, Kreativität
Ich musste schmunzeln, denn zumindest privat hält es Björn Seibert – mal mehr, mal weniger radikal – nach eigenen Angaben im Halbjahresrhythmus und hat prompt seinen Webzeugkoffer wieder umgeräumt. Danach schrieb er noch eine interessante Abhandlung, wie es mit Webgestaltung für Mobile-Phones wohl weiter gehen könnte: Kein Webdesign für das iPhone.
Warum Webdesign nicht 700€ kostet, versucht Jürgen Liechtenecker einmal mehr klar zu machen und erntet dafür wieder unzählige Affirmationen. Benjamin Weißenfels [Pixeldrama] erklärt dann in seinem Blog die Sache kurz und bündig:
Liest ein potenzieller Kunde solcherlei Postings oder zimmern wir uns eine kleine selbstgerechte Welt zusammen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass ich für 700€ nicht mal den Telefonhörer abhebe, wenn es um mehr als simple HTML/CSS-Geschichten geht. Webdesign kostet nicht 700€ und auch nicht weniger
inputimmer außerhalb vonlabelnotieren.So manche Screenreader haben mit HTML-Eingabefeldern (
input), die inlabel-Elemente mit eingebunden sind so ihre Schwierigkeiten. Darauf wies ich schon mal im Monatsrückblick vom September 2008 hin und auf einen alten Artikel von Mike Cherim.Zusätzlich hat nun Estelle Weyl mit dieser Kombination noch einen Bug im IE6 und IE7 entdeckt, der kleine Probleme in der Darstellung verursachen kann: IE6/IE7 Implicit Label Bug.
- Google belohnt Inhaltsverzeichnisse.
Längere Webseiten die gut gegliedert sind und ein Inhaltsverzeichnis mit Sprunglinks haben, werden künftig von Google extra belohnt: Anchor in den neuen Suchergebnis-Snippets [Google Webmaster-Zentrale].
- SimplePie wird eingestellt.
Zum Parsen von RSS-Feeds werden in Projekten und Content-Management-Systemen sehr oft Bibliotheken eingesetzt. Die bekanntesten: MagpieRSS und SimplePie.
Leider wird SimplePie nicht mehr weiterentwickelt, wie im dortigen Blog zu lesen. Frank Bültge hat darüber auch geschrieben: SimplePie Entwicklung gestoppt.
CSS, Javascript und Lightbox
Zu kompetenter Webgestaltung gehört auch, Umsetzungen auf der geeigneten Ebene durchzuführen. Gerade mit Javascript werden gerne Dinge umgesetzt, die eigentlich auf HTML- oder CSS-Ebene gehören. Chris Coyier erstellte eine grobe Anleitung: You Know You Should Use JavaScript When.
Hierzu passt gleich eine gegenüberstellende Abwägung:
- Andreas Hecht stellte im September seine besonders leichtgewichtige Javascript-Lightbox – zum Anzeigen von Bilder-Galerien – in neuer Version vor: Die Brainbox in Version 1.2 ist da.
- Jenna Smith veröffentlichte auf Carsonified einen Artikel, wie wir nur mit CSS eine Lightbox kreieren können: How to Create a Valid Non-Javascript Lightbox.
Transparente Hintergründe mit CSS (crossbrowser) sind ein beliebtes Thema der visuellen Webgestaltung.
Eric Eggert bereichert den vorhin verknüpften Blogpost von Dirk Jesse mit einem anderen Ansatz: Cross-Browser rgba(); beachten Sie dort auch den Kommentar zum Browser Konqueror, der diese Option offenbar (noch) nicht unterstützt.
Und hier noch in aller Kürze weitere interessante Beiträge aus dem September 2009 zum Thema Barrierefreiheit und HTML5 (Hypertext Markup Language in Version 5):
Accessibility
- Die Zugänglichkeit von Ausklappmenüs [BIK BITV-Test]
- Is the new CKEditor accessible? [Accessibility Watch] –
compared to the previous versions the difference is night and day!
- Tastaturbedienbarkeit: ein Vergleich (WCAG 2, BIENE, BITV-Test) [Sylvia Egger]
- Skip links need to be at least temporarily visible [Roger Johansson]
HTML5
- Passende Überschrift hier einsetzen [Einfach für Alle] – ein lesenswerter Einblick was mit Überschriften in HTML5 möglich werden könnte.
- Was ist HTML 5? – Weit mehr als eine Auszeichnungssprache [molily]
- HTML 5 – Einblick, Überblick, Ausblick [Jens Meiert]
- Video-Einführung in HTML 5 [Stefan Münz]
- Die Webkrauts starteten im September die Artikelserie HTML5-Einführung.
Alles bleibt gut
Viele High Potentials kehren Firmen enttäuscht den Rücken. Sie vermissen unter anderem Ermutigung und geistige Offenheit von ihren Führungskräften. Enttäuschter Managernachwuchs
Die Umkehrung des vorherigen Zitates kommt zu einer deutlicheren Aussage: Gleichgültigkeit und geistige Einfältigkeit scheinen die treibenden Kräfte so mancher Führung zu sein.
In solchen Organisationen läuft es dann so, wie Dieter Josten beschreibt: Projekt - Innovationen - zu Befehl!
Die Karrierebibel hat im September 2009 drei Einträge publiziert, die ich nachfolgend in 3 Schritte zum Stillstand
kommentierend reihe. Vor allem Verwaltungen, Behörden und staats- oder gemeindenahe Monopolbetriebe sind wohl massiv davon betroffen.
Karlis, lasst euch nicht beim Spielen stören.
- Manager-Karlis werden kreidebleich oder zornesrot beim Gedanken, dass andere Leute etwas bewerkstelligen (managen) könnten, ohne dass Karlis vorher untereinander tuscheln, Pläne im Kämmerchen schmieden, Anweisungen weitergeben und das große Wort schwingen dürfen;
Herrschaftswissen – Warum Teams so wenige Informationen teilen. - Karlis sind süchtig nach all den Sitzungen, Presseaussendungen, den NLP-, Rhetorik- und Feel-Good-Seminaren, Survival-Camps, Personal-Coachings und sonstigen mentalen Ego-Games;
Gruppenzwang – Ich sehe was, was du nicht siehst. - Durch die mentalen Ego-Shooter lernt Karli Manager spielend, wie er von Change-Management redet, um anderes bleiben zu lassen – vor allem sich selbst;
Bleibt alles anders – Wie Unternehmen auf die Krise reagieren.
Das Motto des schwachen Sinnes dahinter:
Warum etwas anders machen, wenn alle Anderen es so machen wie die Anderen, die deswegen nichts anders machen, weil die Anderen noch nichts anderes gemacht haben, das sie diesen Anderen nachmachen könnten.
Deswegen bleibt alles gut. Die armen Manager-Karlis sind nämlich zu Tode erschrocken, wenn es um Social-Media geht, wie Oscar Berg letztens konstatierte.
Die Ausnahmen
Wie immer gibt es auch Ausnahmen zur Regel.
So auch letzten Monat ein interessanter Bericht von Josef Summer – Leiter Business-Integration-Center beim Vorarlberger Unternehmen Hirschmann-Automotive – über die Einführung eines umfassenden Social-Web-Konzeptes in genannter Firma: Wikify my Enterprise.
Noch mehr Infos gibt es dann auch gleich direkt auf den öffentlich zugänglichen Bereichen: Elysion, ein Hirschmann Automotive Projekt. Sehr spannend!
Sonst noch aufgeschnappt
- Web 2.0: Nichts für Kontroll-Freaks [Czyslansky]
- Effektiver Einsatz von Wikis: Die Organisationskultur fördert Offenheit und Partizipation [Johannes Moskaliuk]
- Sperren von Social Networks blockiert Online-Dialog [fuellhaas.com]
- Fakten und Tipps zum Einsatz von Social Software in Unternehmen [Artikel im t3n-Magazin 16]
- Für Unternehmen: Leitfaden für Streit mit Bloggern [Grenzpfosten]
- Die Verdachtsgesellschaft [Indiskretion Ehrensache]
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Thomas Knüwer verlässt das Handelsblatt –
damit wird wohl auch das Blog Indiskretion Ehrensache über kurz oder lang verschwinden.Eingefügt (2009-12-11): Indiskretion Ehrensache lebt unter selbem Namen – aber nun mit eigener Domain – weiter.Ich bedanke mich an dieser Stelle für seine Impulse und erfrischenden Beiträge in den letzten Jahren.
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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 7. Oktober 2009 auf Relevanz geprüft.
- Datum:
- veröffentlicht am 07 Oktober 2009, 18:17 MET.
- Artikel:
- September 2009 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
- Kurz-URL:
- http://hyperkontext.at/s/227
- Thema:
- Empfehlungen
- Stichworte:
- barrierearm, Behörden, CSS, HTML, HTML5, Management, Unternehmen
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