Rückblick A-Tag 2010: Barrierefreies Suppenlöffeln

Mittwoch, 17 November 2010 14:38 MET

Thema:
Kommunikation  
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Ausschnitt des A-Tag Programmes, davor ein voller Suppenteller mit Löffel
Rückblick A-Tag 2010: Barrierefreies Suppenlöffeln [hyperkontext | Weblog]

Der jährliche Wiener A-Tag (Accessibility-Tag) ist eine seit 2006 stattfindende Fachkonferenz zu barrierefreiem Internet, so die offizielle Erklärung.

Meine rückblickende Notiz ist keine Nacherzählung und auch kein Sarkasmus, wenn ich hier augenzwinkernd vom Löffeln in der Suppe schreibe.

Für mich ist der A-Tag ein Come-Together ohne Barrieren. Mehr erwarte ich davon gar nicht.

Für die Leserinnen, die jetzt nicht wissen worum es geht:

Der A-Tag (kurz für „Accessibility-Tag“) ist eine seit 2006 stattfindende Fachkonferenz zu barrierefreiem Internet. Dabei kann der Verein accessible media jedes Jahr hochrangige Vortragende aus dem In- und Ausland gewinnen. A-Tag 2010 – Konferenz für barrierefreies Internet

Das barrierefreie Suppenmenü

Mein Rückblick ist keine Nacherzählung. Auf der offiziellen Website zum A-Tag 2010 finden sich kurze Einführungen zum diesjährigen Programm und den Vortragenden. Zu einem späteren Zeitpunkt vermutlich auch noch schriftliche Transkriptionen der Vorträge.

Derzeit finden sich relevante Links zu Fotos, Blogposts und Slides, gesammelt auf Lanyrd.

Hier ein paar Notizen anderer Blogger zum A-Tag 2010:

Um Missverständnisse zu vermeiden:
Es liegt bereits in der Definition der Sache, dass sich die Vorträge auf ein Thema fokussieren. Wenn ich hier vom Löffeln in der Suppe und dem Suppenkaspar schreibe, meine ich das nicht anklagend oder gar sarkastisch, sondern mit dem Schuss augenzwinkender Ironie.

Meine Lieblingssuppen

Die für mich persönlich interessantesten Vorträge waren

  1. über die wien.at Redaktion zum Handling und Einbinden von Videos im Alltag:

    Weiters gab es noch Neuigkeiten zum Wiener Stadtplan, der unter anderem nun auch WLAN Standorte anzeigt.

  2. der Blick hinter die Kulissen des schrittweisen Umbaus der Angebote von orf.at auf Webstandards und Barrierefreiheit

Der letzte Vortrag des Tages brachte mich dann irgendwie zum Schmunzeln.

Der Suppenkaspar

Tomas Caspers markierte den Suppenkaspar und verweigerte die barrierefreie Einheitssuppe mit einem pathetischen Erlebnisbericht über texanische Viehtreiber.

Dieses Thema setzt im männlichen Durchschnittseuropäer emotionale Muster in Gang, die wohl den Mythen anglo­amerikanischer Nachkriegs­sozialisation zuzuschreiben sind. Es hätten ja auch kasachische Adlermänner, Tiroler Bergbauern oder ostanatolische Schafhirten sein können.

Egal. Die grundsätzliche Botschaft seines Vortrages:
Mit eigenen und fremden Ressourcen demutsvoll umgehen und Partnern, Mitarbeitern und Schutzbefohlenen ausnahmslos mit Respekt zu begegnen. Also ziemlich exakt das Gegenteil von dem wie Herr Schäuble mit sich und seinen Mitarbeitern umgeht, um gleich ein prominentes Negativbeispiel zu erwähnen.

Aber abgesehen jetzt von Rindviechern und Pferden: Von manch alleinerziehender Mutter, die es schafft ihre Gschroppen im Dschungel einer europäischen Großstadt mit Umsicht und Gefühl zu verant­wortungs­vollen Erwachsenen werden zu lassen, könnten Webworker – und übrigens auch Herr Schäuble – vermutlich einiges mitnehmen.

Fazit: Barrierefreies Suppenlöffeln macht Spaß

Für mich ist der A-Tag ein Come-Together, wo du nette Leute triffst, die du schon kennst oder zum ersten Mal persönlich kennen lernst.

Wo sich meine Gedanken und das virtuelle Social-Media-Geschwurbel plötzlich personalisieren und zu emotionalen Eindrücken und Begegnungen werden. Maik Wagner schrieb da unlängst einen Satz, der es ziemlich genau trifft:

Vielleicht ist es auch einfach nur das Gefühl, nicht alleine auf der Welt zu sein mit seinem Job, seinen Ideen, mit seinen Sorgen und Späßen, wenn man in einen Saal mit über 400 Geeks blickt, unseriöse Übungen zu HTML5 macht oder ungehemmt schlechte CSS-Witze machen darf – die der Gegenüber versteht. Awesome oder warum die Fronteers 2010 so grandios für mich war

Maik war auch in Wien wieder dabei, den ich schon am vorjährigen A-Tag persönlich kennenlernte. Und neben Maik wechselte ich noch mehr als drei Worte mit Fritz und Kerstin und Sylvia und Markus und Sindre und Robert und Maria und … hach, ich hab jetzt sicher ein paar vergessen.

Ein Come-Together ohne Barrieren. Mehr erwarte ich davon gar nicht.

Die Organisation war wie immer hervorragend. Die Versorgung mit Speis und Trank ebenfalls. So macht gemeinsames Gelöffele in der Websuppe richtig Spaß und das auch noch barrierefrei.

Danke an die Vortragenden, an die Sponsoren und an Eva Papst und den anderen Organisatorinnen im Verein Accessible Media.

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Verweise zum A-Tag 2010:

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Datum:
veröffentlicht am 17 November 2010, 14:38 MET.
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