Oktober 2010 im Kontext

Freitag, 12 November 2010 22:58 MET

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Foto: Radarschirm
Oktober 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Webgestaltung: Dr.Web wurde eingestellt und warum Frontend-Entwicklung viel kostet. Weitere Verweise zu HTML5 und CSS-Tools und -Gestaltung.

Karottenträume: Mit der baumelnden Karotte vor Augen, laben sich die Auszupressenden an Mythen und Versprechungen.

Vielleicht ist aber das Social-Intranet das digitale Feld aus vielen individuellen Gemüsegärten in denen leckere Karotten und gegenseitiges Vertrauen wachsen.

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  1. Webgestaltung im Oktober 2010
    1. HTML5
    2. Gesammelte Beiträge zu CSS
    3. Zugang zur Reeperbahn im Web
  2. Karottenträume
    1. Auszubildpressende
    2. Karotten aus dem eigenen Gemüsegarten

Webgestaltung im Oktober 2010

Völlig überraschend, still und leise, nach fast 14 Jahren, existiert Dr. Web seit 1. November nur mehr als Archiv. Stefan Münz schrieb einen informativen Nachruf: 4342 Artikel und ein stilles Ende.

Eine der letzten neuen Artikel war eine erfrischend geschriebene Einführung von Markus Schlegel in ein Thema, das für den ein oder anderen Webworker äußerst nützlich sein kann: Cron Jobs für Einsteiger bildhaft erklärt via Sheldon Cooper.

Alp Uçkan lieferte im Oktober ein gehaltvolles und schlüssiges Essay, warum professionelle Frontend-Entwicklung so viel kostet.

HTML5

Zuletzt hatte ich ja das HTML5-Buch von Peter Kröner rezensiert.

In Kürze kommt das HTML5 Handbuch von Stefan Münz auch in Holzversion auf den Markt, denn entstanden und verfügbar ist das Werk im Web. Stefan beschreibt sehr eindrücklich die Mühen der Entstehung:
Von Zielgeraden und Co-Autoren.

Ein weiteres – englischsprachiges – Buch gibt es von Bruce Lawson und Remy Sharp. Einen Auszug davon als Online-Artikel: HTML5 Audio and Video: What you Must Know.

Auf Think Vitamin findet sich ein sehr schön aufbereiteter Artikel über Formulare: Fun with HTML5 Forms.

Gesammelte Beiträge zu CSS

Zugang zur Reeperbahn im Web

Es ist unfassbar, was so an Werbung auf dich eintrötet, wenn ich mal absichtlich ohne Script- und Werbeblocker unterwegs bin. Es ist wirklich unbeschreiblich … mir fehlen die Worte.

Hand drauf: Werbeblocker brauchen wir, schrieb ich einmal und das wird von Tag zu Tag wahrer.

Auf vielen Sites ist es bereits unmöglich – ich betone: unmöglich – mehr als zwei Absätze vernünftig zu lesen. Es wird immer schlimmer und ich habe mittlerweile nicht einmal mehr einen Funken Restverständnis für Finanzierungsmodelle die eine Website zur digitalen Kaffeefahrt mit Reeperbahn-Flair machen.

Auch der Sichelputzer fragt sich, was virtuelle Schwingtüren und Vorhänge bewirken werden, die sich seitenfüllend über den Bildschirm legen. Ich kenne Leute ohne Werbeblocker, die machen kurzen Prozess und schließen einfach den Browser, weil sie der eigentliche Inhalt nun auch nicht mehr interessiert.

Accessibility

Ich mag nun nicht die Vor- und Nachteile beurteilen, wenn bestimmte Nutzergruppen von Werbung ausgeschlossen sind, denn schließlich liegt es in der Natur der Sache, dass wir nicht wissen können, was jemand mit einer Website anfängt – Warum Webdesigner und Nutzer oft getrennte Wege gehen [Blind-Text].

Maria Putzhuber hat aber im Wienfluss-Blog mal so aufgezählt, was verschiedene Werbeformen eigentlich an Richtlinien der Barrierefreiheit einhalten müssten.

Es wäre durchaus spannend, wenn ein Gehörloser die österreichische Schlichtungsstelle anruft, weil er den coolen Typ im fetzigen Overlay-Filmchen ohne Untertitel einfach nicht versteht.

Wir würden vielleicht endlich erfahren, warum Marketender ihre Angebote so unzugänglich gestalten.

Fehlende sinnvolle Alternativtexte und Überschriften wären auch ein höchst pressantes Thema für diese Entwicklergemeinde, wenn sich mal Blinde an besagte Schlichtungsstelle wenden, weil ihnen die ganzen Werbebanner entgehen.

Farbkontraste wären noch so eine Sache, in die sich diese Entwickler mal einarbeiten könnten: Color Blindness Myths and Misunderstandings [Joe Dolson].

Ich mutmaße allerdings, dass die einen dem Werbeblocker auch in Zukunft den Vorzug geben und manch andere weiterhin durch die Unzugänglichkeit vieler Werbeangebote sowieso nicht behelligt werden.

Karottenträume

Nicht nur Manager, sondern die überwiegende Mehrheit der Menschen westlicher Kulturprägung unterstellt sich gegenseitig ständig den rationalen, emotionslosen, taffen Homo oeconomicus.

Manager können sich offensichtlich nur schlecht vorstellen, dass ihre Mitmenschen arbeiten, weil sie arbeiten möchten. Erstaunliche Irrtümer

Don’t box me in: enterprise 2.0 employees working in an enterprise 1.0 world, ist zwar ein lesenswertes Traktat – und ich kann den Unmut sehr gut verstehen –, spätestens aber wenn sich diese jungen Leute in die üblichen Abhängigkeiten begeben (müssen), machen sie sich zum Hamsterradläufer, der Kreditraten pünktlich zahlen muss und seinen Kindern alles bieten will.

Ein radikaleres, differenzierteres Betrachtungsbild ist daher vonnöten.

Auszubildpressende

Am liebsten sind mir solche Mitarbeiter die verheiratet sind, kleine Kinder haben und einen ordentlichen Kredit auf ihr Haus – die können nicht aus, die machen alles! Wer braucht HEROs?

Kurzsichtige Personal-, Polit- und Manager-Karlis unterscheiden nämlich ganz klar zwischen Auspresser und Auszupressenden.

Mit der baumelnden Karotte vor Augen, laben sich die Auszupressenden an Mythen und Versprechungen.

Ähnlich dem American Dream, der Auspressern verwirklicht, wovon die Ausgepressten träumten. Oder einem Lottospiel, aus welchem einfache Gemüter die Hoffnung schöpfen, aus Millionen Hasen gerade der zu sein, der die ganze Karottenernte abkriegt.

Die Ausgepressten finden sich schlussendlich fast alle ausgequetscht und abgesaugt in der Mülltonne der Geschichte. Vielen dämmert erst dann, dass sie selbst die Karotten waren. Einige meinen dann immer noch, nur der falschen nachgelaufen zu sein.

Karotten aus dem eigenen Gemüsegarten

Zweifelsohne, Karotten sind schmackhaft und gesund und wir brauchen sie. Dabei sollten wir aber bedenken, dass Karotten nicht nur als rares Geschenk vom lieben Onkel vor unserer Nase baumeln können, sondern auch zum Eigenanbau geeignet sind.

Und überhaupt: So ein eigener Gemüsegarten vor dem Haus macht zwar Mühe, aber auch stolz und bietet viel Gesprächsstoff. Onkel und Tante bräuchten nur geeignete Flächen dafür zur Verfügung stellen: Mitarbeiterverzeichnis der Zukunft ist das Soziale Netzwerk.

Vielleicht ist also das Social-Intranet das digitale Feld aus vielen individuellen Gemüsegärten, das uns auf neue Ideen bringt, uns diskutieren lässt und zum Tauschen anregt. Vielleicht lässt es nicht nur Gemüse, sondern auch gegenseitiges Vertrauen in unsere Fähigkeiten wachsen:
Die drei wichtigsten Ziele eines Intranet 2.0 und wie man sie messen kann
.

Aber Obacht, nicht jeder Boden ist ohne weiteres zum Anlegen von Gemüsegärten geeignet:

Wenn sich das Management eines Unternehmens vor den Konsequenzen des Enterprise 2.0 fürchtet, dann sollte zu aller erst über die Personalpolitik nachgedacht werden. A fool with a tool is still a fool

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Datum:
veröffentlicht am 12 November 2010, 22:58 MET.
Artikel:
Oktober 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
Kurz-URL:
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