November und Dezember 2011 im Kontext
Dienstag, 31 Januar 2012 22:48 MET
Webgestaltung November und Dezember 2011
Bei Programmier-Haudegen Nick Bradbury (HomeSite, TopStyle, FeedDemon) breitet sich zunehmend Skepsis über die heute fast schon obligatorischen Web-Programmierschnittstellen aus: The Long-Term Failure of Web APIs.
Fast schon mit Unbehagen blicken Webentwickler auch auf den Markt für Tablets und Handys. Mittlerweile bemühen wir Datenbanken – allein 112 Tablets derzeit im Angebot – um Displaygrößen herauszufinden und welches Gerät welchen Browser verwendet. Manche sprechen in dem Kontext von einem neuen Browser-Krieg.
Der aktuelle Stand der Dinge im Mobile Web Development ist daher ein willkommener Überblick zu den Optionen heutiger Webkonzeptionen und der Blick durch den Viewport ein notwendiger, das Mögliche der Gestaltung mit CSS (Cascading Style Sheets) auszuloten.
Web-Accessibility: Zwei gute Beiträge, wie selbst Laien die Zugänglichkeit einer Website mit einfachen Methoden mal grob testen können:
- Einfache Tests zur Barrierefreiheit von Webseiten [Einfach für Alle]
- Schnelltest zur Barrierefreiheit [Kerstin Probiesch]
Und Google beglückte uns im Dezember noch mit neuer Information, wie wir das Markup für mehrsprachige Inhalte bereitstellen sollen, damit ihr Crawler das richtig einordnet.
Systemischer Defätismus
Ideen und Denkanstöße zum Thema Unternehmenskultur finden sich Monat für Monat im Web. Manche schreiben vom kooperativen Manager, andere von der Wandlung vom Kontrolleur zum Enabler.
Unglücklicherweise haben wir es in Führungsetagen zumeist mit funktionalen Intelligenzbolzen oder/und Persönlichkeitsgestörten zu tun. Narzissten sind da mehrheitlich die harmloseren, in schlimmeren Fällen laufen dort Psychopathen rum. Die Chance, dass solche Leute sich mal mit etwas anderem als ihrer Selbstdarstellung befassen, ist gering.
In diesen Umgebungen ist für viele Mitarbeiter daher moralischer Defätismus der einzige Ausweg, Sinnlosigkeit und Nihilismus zu gestalten. Konkret äußert sich das zum Beispiel so:
Many employees believe that the purpose of documentation is to produce documents […] Social Collaboration vs The Existing Communication Culture
Klar glauben das viele, weil niemand etwas anderes verlangt. Im Gegenteil, für weiteres Nachdenken von Karli Manager in der Regel ignoriert, wenn nicht sogar bestraft werden.
In der Summe hat moralischer Defätismus fatale Folgen.
Anders gesagt, wir könnten auch von einem systemischen Defätismus in Unternehmen reden, der summa summarum letztendlich ganze Volkswirtschaften in den Abgrund reißt. Historische Beispiele gibt es genug (von Römern bis zur Sowjetunion) und die Frage ist, ob nicht auch wir genau daran scheitern werden.
Nochmal anders und ganz allgemein ausgedrückt:
Nicht die inkompetente Führung ist der Grund eines Zusammenbruches, sondern die Tatsache, dass die davon Betroffenen schon lange vor dem eigentlichen Ereignis längst den Glauben aufgaben, Änderungen beeinflussen zu können und auch nicht mehr fähig sind, inkompetente Führung zu ersetzen. Das gilt wohl für jede Organisation und in der Summe für Staaten und Gesellschaftssysteme.
Social-Intranet
Bevor wir uns zu viel den Folgen diverser Persönlichkeitsstörungen der Manager-Karlis widmen, scheint mir der von Felix Escribano in einem 43seitigen Essay zusammengefasste Ansatz der wertvollere zu sein: Interne Kommunikation auf der Suche nach dem Unternehmenswissen.
Allerdings tappt der Autor meiner Meinung nach auch in die Falle unseres Zeitgeistes, dass vermeintlich nur die Aussicht auf höhere Gewinne dazu antreibt, etwas Neues, Ungewohntes auszuprobieren. Aus psychologischer Sicht ist das schon dutzende Male widerlegt. Ein einfaches Beispiel: Hinter jedem guten Intranet steckt… Leidenschaft! Und meist kein hohes Gehalt.
Lassen wir also den zeitgeistigen Pekuniäraltar mal weg.
Alexander Stocker bietet immer wieder konkrete Ansätze zu einem Social-Intranet:
Und die Truppe von Besser 2.0 stellte im November ihr neues Social Intranet Buch vor.
Vorsicht Unkultur
Bei aller Euphorie, eines kann nicht oft genug betont werden: Es gibt Unkulturen die nicht einmal zulassen so ein Projekt anzugehen. Und das sind meiner Erfahrung nach nicht wenige Organisationen.
Hinzugezogene Berater sollten erstmal viel zuhören und das Verhalten der Mitarbeiter beobachten: Projekte als Bühne der Unternehmenskultur. Leider gibt es wenige Berater beziehungsweise Mitarbeiterinnen die den Mut haben, Managern unverblümt auch bittere Wahrheiten mitzuteilen.
Social-Intranet ist kein technisches Spielzeug, das automatisch einen Prozess in Gang setzt.
Die Menschen der Organisation gestalten ein Social-Intranet und drücken darin ihr Wissen, ihre Arbeit, ihre Beziehungen, ihr Engagement und Wertschätzungen aus. Im Idealfall führt das zu effizienteren kommunikativen Abläufen und größerer Zufriedenheit. In der falschen Umgebung, im schlechten kulturellen Umfeld wird die Technik bestenfalls ignoriert und im Worst-Case zum Mobbingnet. The Promise and Peril of Internal Social Media.
Die Möglichkeiten eines Social-Intranets greifen natürlich nicht, wenn wir wieder bei Narzissten und Psychopathen landen. Da gibts nämlich zum Beispiel derartige Intelligenzbolzen in Führungsetagen, die Social-Media für das Unternehmen betreiben (wollen) und gleichzeitig den Zugang für Mitarbeiter sperren. Nein, das ist keine Satire, das passiert in nichtmal wenigen Unternehmen so: Wie viel Freiheit benötigt Enterprise 2.0?
Angesichts solcher Possen halte ich es persönlich lieber mit Gary Hamel: Fire all the managers (ohne Fragezeichen). Siehe auch eine ältere Buchrezension von mir: Das Ende des Managements.
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- veröffentlicht am 31 Januar 2012, 22:48 MET.
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