November 2008 im Kontext
Donnerstag, 04 Dezember 2008 18:00 MET
Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)
Knapp vor der Verabschiedung stehen nun die WCAG in Version 2.0. Aus den zahlreichen Meldungen hierzu verweise ich kurzerhand auf den Eintrag von Einfach für Alle, dem wohl prominentesten Vertreter aus der deutschsprachigen Szene: WCAG 2.0 kurz vor fertig. In dem Beitrag gibt es übrigens einen Verweis zu praktischen Anwendungsbeispielen der australischen Site Web Usability, welcher es wert ist, hier auch gleich extra noch einmal angeführt zu werden: Accessible Forms using WCAG 2.0.
Aber auch BIK hat die Serie Neue Richtlinien für barrierefreie Webseiten: Die WCAG 2.0 mit Teil 6: JavaScript im November erweitert.
Web-Accessibility im November 2008
Da war in der Barrierefrei-Szene so einiges los.
Der A-Tag am 21. November. Hier einige Berichte:
- A-Tag in Wien [namics Weblog]
- A-Tag ’08 – Der Nachklapp [Eric Eggert]
- A-Tag 08 Wien [Maria Putzhuber im MAIN_blog]
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Die von Robert Lender und MAIN initiierte Tab-Parade endete am 25. und
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der Blue Beanie Day 2008 (Flickr-Gruppe)
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e-Inclusion-Konferenz in Wien (30. November bis 2. Dezember) – eine europäische ministerielle Konferenz, die sich in Teilbereichen auch mit Zugänglichkeit zum Web beschäftigt.
Und wie das halt immer mit Konferenzen, Aktionstagen und Auszeichnungsorgien so ist, am Ende der Tage fragt sich so mancher, ob das Web damit nun barrierefreier wird.
- Hierzu gibt es einen schönen Blog-Post von Beate Firlinger (MAIN), der alle diese Events elegant zusammenfasst und wieder den Blick auf die Realität richtet: Eine Mütze Barrierefreiheit.
- Wer noch etwas mehr ungeschminkte Wirklichkeit verträgt, kann sich auch Joe Clarks kapitulierenden Ruf nach verbindlichen Gesetzen auf A List Apart reinziehen: This is How the Web Gets Regulated.
Wenden wir uns daher wieder dem praktischen Handwerk zu.
Barrierefrei in der Praxis
Tomas Caspers hat mit einem Tutorial über barrierefreie Datentabellen wohl wieder eine Art Referenz geschaffen, die sich – gespickt mit vielen zusätzlichen Verweisen – detailliert dem Thema widmet:
- Lesebefehl erteile ich hiermit denen, die sich mit Datentabellen in HTML auseinandersetzen müssen: Benimmregeln für Datentabellen [Einfach für Alle]
Die in meiner Monatsrückschau vom Oktober erwähnte Diskussion um den Einsatz von CSS (Cascading Style Sheets) Tabellen für das Layout hält an:
- Tables: The Next Evolution in CSS Layout [Kevin Yank on thinkvitamin.com]
- Die CSS Tabellen kommen [High Resolution] – dieser lesenswerte Artikel spiegelt zum Teil auch eine langsam in mir reifende Meinung: Wozu eigentlich?
Noch ein paar Anregungen:
- René Jaun beschreibt als Blinder die Benutzung von Sprunglinks am Anfang einer Seite: Der direkte Sprung zur Tastatur [Access for all Blog].
- Aneinandergereihte Hyperlinks sind für Zugänglichkeit und Semantik in Wortwolken (Tag-Clouds) zu wenig. Hier wird eine Möglichkeit der Umsetzung beschrieben: Semantische Tag Cloud [Selfhtml Weblog].
- Das hatte ich nicht gewusst: Nervende animierte GIFs können mit der Taste ESC ganz einfach gestoppt werden. Danke für den Tipp: Animated GIFs stoppen [webdesign weisshart].
Zwar keine Rückschau, aber ein Tipp für den Dezember: Der Adventskalender 2008 der Webkrauts bietet jeden Tag im Advent einen Beitrag zu einem zugänglicheren Web.
Unternehmenskultur und Web2.0
Woran erkenne ich eine miserable Unternehmenskultur?
An ausgehängten und sorgfältig eingerahmten Leitsätzen schon im Eingangsbereich.
Gerne lasse ich mir Polemik vorwerfen, wenn ich behaupte, dass es nun so kommt wie es wohl kommen musste: Da werden mittlerweile abzuhakende Checklisten erfunden, um die Kultur eines Unternehmens zu messen oder nach ISO-Standards zertifizierte Wikis eingeführt: Chancen und Nebenwirkungen eines Wikis [business-wissen.de].
Wir können aber daran zumindest erkennen, dass ein Teilbereich der Technik von Web2.0 mittlerweile schon in das Qualitäts- und Prozessmanagement Einzug hält. Ob mit diesen Ansätzen ein unternehmensweites kollaboratives Social(-Web) wird ist mehr als zweifelhaft. Obwohl auch im oben erwähnten Artikel von Kulturveränderung die Rede ist, wird sie wohl kaum durch ISO-Zertifizierungen damit eingeläutet.
Kennen Sie die informelle Unternehmenskultur Ihres Unternehmens oder nur die formell und offiziell formulierte
, fragt Robert Freund in einem seiner lesenswerten kurzen Blog-Einträge mit wertvollen Verweisen: Immer wieder Unternehmenskultur.
Staatliche Hip-Hop Milliarden?
Es gehört aber offenbar auch zu dieser Kultur, sich dreist an eine Krise dranzuhängen und staatliche Subventionen für nicht verkaufte Musik zu fordern. Plattenfirmen sollten dafür bezahlt werden, weniger Alben zu veröffentlichen
, zitiert Thomas Knüwer einen bekannten Hip-Hop Musik-Manager aus einem unglaublichen Pamphlet:
Tommie Silverman macht klar: Manager sind nicht neoliberal - sie sind neokommunistisch. Das letzte Gefecht ist nah. Thomas Knüwer, Manager, hört die Signale
Tja, da bleibt einem dann schon die Spucke weg. Es wundert also nicht mehr, was jüngste Umfrage-Zahlen aus den USA signalisieren:
37.6 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie das Internet die glaubwürdigste aller Quellen für Nachrichten darstelle. […] Fast Dreiviertel der Befragten (72.6 Prozent) sind zudem der Meinung, dass die Nachrichten auf allen Kanälen parteiisch beziehungsweise unausgewogen sind. Michael Gisiger, Kulturwandel und Glaubwürdigkeit
Sterben im Web2.0
- Frank Hamm drückt das aus, was eigentlich schon seit mindestens zwei Jahren absehbar ist: Der Tod der Nachrichtenagenturen.
- Lycos-Europe hat nach einigen Jahren Geldverbrennen nun auch die Patschen gestreckt: Christoph Mohn: Lycos hatte keine Chance gegen Google [Netzökonom].
- Und Technorati leitet mit drastischen Sparmaßnahmen den Anfang vom Ende eines ehemals hoffnungsvollen aber mittlerweile nur mehr mäßig funktionierenden Dienstes ein: Ach Technorati, stirb doch endlich! [medienrauschen]
- Doch nicht nur
die Alten
holt der Tod heim. Pownce, ein Ur-Konkurrent von Twitter, gibt auch auf: Twitter-Konkurrent Pownce gibt auf, geht zu Six Apart [Upload].
Bald wird es aufgeregte Diskussionen in der Blogosphäre geben, wenn so mancher Dienst ganz plötzlich von der Bildfläche 2.0 verschwindet. Die Wirtschaftswoche hat schon mal die Fühler ausgestreckt: Web 2.0: Der Wettlauf ums Überleben hat begonnen.
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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 4. Dezember 2008 auf Relevanz geprüft.
- Datum:
- veröffentlicht am 04 Dezember 2008, 18:00 MET.
- Artikel:
- November 2008 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
- Kurz-URL:
- http://hyperkontext.at/s/177
- Thema:
- Empfehlungen
- Stichworte:
- barrierearm, Blogparaden, Tab-Parade, CSS, HTML, Medien, Unternehmen, Webstandards, Wikis, Wirtschaft
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