Mit Little Boxes Buchautor Peter M. Müller im Gespräch
Samstag, 23 Mai 2009 09:46 MET
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Der Buchautor über die Kunst des guten Fachbuches
Ich wollte etwas darüber erfahren, wie Peter so ein Buchkonzept angeht, in welchen Schritten er vorgeht und in welchen Momenten dieses langen Prozesses er seine persönlichen Glücksmomente durchlebt.
Und nicht zuletzt war noch die spannende Frage, zu welchem Thema er ein Buch erschaffen würde, wenn er nicht über IT (Informationstechnologie), Internet und Webgestaltung schreiben dürfte.
- #8 hyperkontext
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Als ich das erste Mal in einem Buch von Little Boxes (war Teil 2) gelesen habe, hat mich von Anfang an die Art fasziniert, wie Du dieses knochentrockene Thema über CSS mit lockerer Schreibe angehst.
In der Regel (ich nehme mich persönlich da nicht aus) ist es für Fachleute oft schwer, einen komplexen Sachverhalt mit vielen Abhängigkeiten – welche in der Webentwicklung die Regel sind – einem Lernenden leicht aufzubereiten. Geschweige denn, auch mit einer Portion Humor. In einem Buch ist das besonders schwer, weil der direkte Dialog fehlt.
Welche Deiner Erfahrungen fließen ein, um meist punktgenau die wirklich wichtigen Fragen der Leserin zu beantworten, ohne sich in Details zu verlieren?
- #8.1 Peter
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Ich bin in erster Linie Dozent und Autor, und nicht Webdesigner oder CSS-Experte.
Komplexe Sachverhalte aufbereiten
Meine eigentliche Stärke ist nicht das Fachgebiet, sondern das Vermitteln von Wissen.
Dazu gehört natürlich auch eine gewisse fachliche Tiefe. Mindestens genauso wichtig ist aber die Aufbereitung der Informationen, sodass Laien nach einem Tauchgang in das Thema zwar mehr wissen als vorher, aber auch unbeschadet wieder an der Oberfläche ankommen.
HTML, CSS und Strukturwissen
Ich habe jahrelang immer mal wieder HTML unterrichtet, in den 90ern auch mit verschachtelten Tabellen, Frames und allen anderen Zutaten von dem, was ich heute als
98er-Design
bezeichne. CSS hat mich von Anfang an fasziniert und kam auch schon um die Jahrtausendwende in meinen erstenHomepage
-Büchern.In den Seminaren wurde ich immer wieder nach einer guten Einführung zu HTML und CSS gefragt, und da ich keine kannte, habe ich die irgendwann selbst geschrieben.
Aus den Seminaren wusste ich, dass die Teilnehmer fast alle über die selben Steine stolperten und welche Erklärungsmodelle ihnen halfen, danach wieder aufzustehen.
Das Hauptproblem war nicht die Syntax von HTML oder CSS, sondern das Medium Web.
Das Papierdenken in den Köpfen der Leute
Nachdem klar war, dass das Web nicht aus Papier ist und HTML rechteckige Kästchen erstellt, die mit CSS selektiert und gestaltet werden, wurde alles viel einfacher.
Oder etwas allgemeiner ausgedrückt:
Ich versuche in Seminaren und Büchern, die Strukturen hinter den Details deutlich zu machen. Wenn der Leser diese Hauptstränge (Strukturwissen) durch das Thema erst mal hat, dann kann er die Querverbindungen (Detailwissen) selbst dazu weben und nach Wunsch verdichten.Trockene Themen gibt es nicht
... nur eine trockene Vermittlung. Ein bisschen Humor gehört zu einer entspannten Lernatmosphäre. Letztendlich ist das aber oft nur eine unerwartete Querverbindung oder ein ungewöhnlicher Vergleich, der die Sache in einem anderen Licht erscheinen lässt.
Hierzu ein Beispiel
Anfang der 80er habe ich die Hitchhiker-Trilogie von Douglas Adams geradezu verschlungen, und das hat meiner Lebenseinstellung und auch meinem Schreibstil bestimmt nicht geschadet.
Die Frage nach dem Sinn des Lebens gilt ja traditionell auch eher als trockenes Thema. Aber dass die Antwort darauf
42
ist und die Erde nur ein Computer, um die eigentliche Frage herauszufinden, war mit Anfang 20 eine völlig neue und sympathische Querverbindung, denn wie sagt Douglas Adams:Without that fairly simple and obvious piece of knowledge, nothing that ever happened on the Earth could possibly make the slightest bit of sense. Douglas Adams, The Restaurant at the End of the Universe
Hinterher habe ich dann rausgefunden, dass Douglas Adams und ich am selben Tag Geburtstag haben.
Schreiben ist verdichten
Der Trick ist, rechtzeitig aufzuhören. Nicht zu früh, und nicht zu spät.
Eine meiner Lieblingslektüren zum Thema
Schreiben
ist Paul Grahams Writing Briefly, das wie folgt beginnt:
I think its far more important to write well than most people realize. Writing doesnt just communicate ideas; it generates them.
Viele der Ideen kommen wirklich erst beim Schreiben. Die erste Version wird tausend Mal überarbeitet, gefeilt und geschliffen. Schreiben ist verdichten. Und dabei entstehen wieder neue Ideen.
- #8.2 hyperkontext
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Wenn du sagst,
Schreiben ist verdichten
, kann ich das allein schon aus eigener Blog-Erfahrung nachvollziehen. Aber wie läuft das mit einem 500 Seiten Buch?Legst Du die Struktur bereits vorher an und arbeitest das peu á peu ab oder
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schreibst Du im Laufe der Zeit Detailtexte zu einem bestimmten Thema, steckst sie dann wie Module zu einem Buch zusammen und verfasst nur mehr die passenden Steckverbindungen?
- #8.3 Peter
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Eher die erste Variante. Ich mache definitiv zuerst die Struktur. Ein gutes Hilfsmittel dabei sind zum Beispiel leere Papierblätter in verschiedenen Größen (von A4 bis Flipchart) und Mindmaps, die die Gliederung von komplexen Texten visualisieren.
Fachbuch schreiben beginnt nicht mit dem Schreiben
Der erste Schritt ist aber immer zu gucken, was es zu dem Thema schon gibt. In dieser Phase geht es um den Unique Selling Point (USP) des Buches, wie das in der Verlagswelt heißt. Einfacher gesagt: Was ist das Besondere an dem Buch? Warum muss das geschrieben werden?
Wenn das Skelett nicht stabil ist, nützen die Muskeln auch nix.
Vor Little Boxes 1 habe ich zum Beispiel alle mir bekannten CSS-Bücher angeschaut, analysiert und dabei versucht rauszufinden, was ich daran gut beziehungsweise nicht so gut finde. Gleichzeitig habe ich überlegt, wie denn die Struktur für eine ideale CSS-Einführung aussehen müsste.
Eine strukturelle Schwäche kann man mit noch so pfiffigen Details nicht wettmachen.
Das Ergebnis dieser Überlegungen war ein Blogbeitrag vom Mai 2005: Was muss in einem CSS-Buch stehen?
Überarbeiten dauert dann viel länger als das Schreiben
Wie hat das mal jemand gesagt?
Sorry für den langen Brief, ich hatte keine Zeit ihn zu kürzen.
Der weitere Prozess verläuft im Grunde genommen ähnlich wie die in Little Boxes 0 beschriebene Planung von Websites:
- Rahmenbedingungen festlegen (Ziele, Zeit und Zaster).
- Sammeln von Inhalten – was soll da rein (und genauso wichtig: was soll da nicht rein).
- Sortieren der Inhalte – Gliederung erstellen.
- Skizzieren – Rohversion schreiben.
- Umsetzen – also das eigentliche Schreiben. Mit Deadline.
Wobei das kein linearer Prozess ist. Die vorher erstellte Struktur wird während des Schreibens natürlich wieder geändert und angepasst, aber sie gibt Orientierung.
Eine der größten Schwierigkeiten ist es, im Gewusel der Details den Überblick nicht zu verlieren. Dabei sind die wichtigsten Werkzeuge für mich in Word die Ansichten
Dokumentstruktur
undGliederung
und außerhalb von Word Mindmaps (mit Mindmanager oder immer öfter mit mindmeister.com).Das Schreiben selbst ist dann ein echter Verdichtungsprozess. Wie bei Paul Graham beschrieben: Das Überarbeiten und Schleifen dauert viel länger als das eigentliche Schreiben.
Früher habe ich das Korrektur lesen übrigens fast ausschließlich auf Papier gemacht und die Änderungen dann in den Text eingearbeitet. Heute erledige ich das immer öfter direkt in der Datei.
Zoom
ist dabei für mich die am häufigsten benutzte Funktion eines Programms, egal ob in Word, PowerPoint oder im Browser. - #9 hyperkontext
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Ich zitiere mal drei Auszüge aus Deinen Büchern:
Der Gast [Metapher für eine besuchte Website] ist süchtig. Nach JavaScript. Ohne JavaScript redet er nicht mal mit Ihnen. Little Boxes Teil 0, Seite 86
HTML ist wichtig, denn eine fehlerhafte HTML-Struktur können Sie später auch durch ein noch so aufwändiges CSS nicht wieder auffangen. Das ist wie mit den Zähnen und dem Zahnfleisch. Little Boxes Teil 2, Seite 23
Frameworks sollen die tägliche Arbeit erleichtern, sodass man nicht mehr die Hälfte seiner Zeit damit zubringt, aus jeder Webseite immer gleiche Patch-Flecken und Browserbugs rauszuwaschen. Frameworks sind also wie Waschmaschinen. Little Boxes Teil 2, Seite 314
Diese Stellen machen das besondere Flair Deiner Bücher aus, finde ich persönlich.
Ist Dein Lektor mit solchen Vergleichen immer einverstanden beziehungsweise hast Du schon Reaktionen erfahren, die das nicht so humorvoll sehen?
- #9.1 Peter
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Oft muss ich beim Schreiben selbst lachen, aber der Unterschied zwischen einer gelungenen, flapsigen Wortwahl und einem dummen Scherz ist manchmal ziemlich klein.
Nein. Mein Lektor ist Klasse (Hallo Boris) und sieht das glaube ich eher ähnlich wie du.
Ich suche nicht bewusst nach solchen Formulierungen. Wenn es gut läuft, ergibt sich dass beim Schreiben von selbst. Allerdings meist nicht sofort in der endgültigen Form. Da wird viel dran gefeilt. Zuerst kommt die Idee, irgendwo aus dem Nichts.
Vor allem sollten die Jokes kein Selbstzweck sein, sondern was mit dem zu vermittelnden Inhalt zu tun haben. Jedenfalls meistens [lacht].
Über Glücksgefühle
- #10 hyperkontext
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In der Natur schöpferischer Prozesse liegen extreme emotionale Höhen und Tiefen. Irgendwann gibt es darin Momente der höchsten inneren Zufriedenheit, etwas sinnvolles und großartiges zu tun oder geschaffen zu haben und mit sich selbst und der Welt im Einklang zu sein.
Von der Idee zum Buch, übers Recherchieren, Schreiben, Überarbeiten, Verhandeln, Administration, Werbung und Verkauf:
In welchen Momenten durchlebst Du das innerste Glücksgefühl? - #10.1 Peter
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Die größten Glücksmomente habe ich, glaube ich, wenn ich nach Manuskriptabgabe wieder ein bisschen Abstand zum Text habe, das fertige Produkt in Händen halte und beim Lesen denke,
Das ist echt gut
.Glücksgefühle. Totale Gegenwart, das Vergessen der Einsamkeit.
Paradise? It doesnt last. Though it feels like eternity, it goes by fast.
Wann ich beim Schreiben Glücksgefühle habe? Na. Dann mal in der Reihenfolge aus deiner Frage:-
Eine Idee ist zwar eine plötzliche Eingebung, aber oft kommt sie Wochen vorher schon langsam von hinten angekrochen, um dann irgendwann aufzustehen und zu sagen,
Hey, da bin ich
.Die Idee ist eine Aufforderung zur Umsetzung, eine Herausforderung. Glücksgefühle kommen bei mir eher durch das erfolgreiche Bestehen dieser Herausforderung.
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Beim Recherchieren und Erstellen der Gliederung passiert das schon manchmal, dass man denkt,
Yep. Das ist geil
. -
Schreiben ist natürlich durchsetzt von solchen Glücksmomenten, aber auch vom Gegenteil. Höhen und Tiefen. Eine schier endlose Kette von Entscheidungen, und jede einzelne kann falsch sein.
Außerdem ist Schreiben per Definition eine eher einsame Tätigkeit, was an guten Tagen toll ist.
Aber manchmal auch eine ganz schöne Quälerei. Dann sitzt man mitten in tausenden von Buchstaben und fragt sich, was das überhaupt alles soll. Erstens wird es sowieso nie fertig, zweitens nicht gut und drittens ist das doch alles banales Zeug.
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Überarbeiten, da bin ich ja gerade mal wieder dabei [März 2009]. Little Boxes 1 ist ja schon ein wirklich gutes Buch und das jetzt nach zwei Jahren zu überarbeiten und zu perfektionieren macht Spaß. Ecken abfeilen, die im Laufe der Zeit durch Erosion entstanden sind, Gedankenflüsse ein bisschen begradigen, andere renaturieren.
Aber manchmal auch ein Element des Wiederkäuens:
Das habe ich doch alles schon mal geschrieben, lass mal was Neues machen
.
Verhandeln, Administration, Werbung und Verkauf betrachte ich traditionell eher als notwendige Übel denn als Glücksmomente. Da würde ich glaub ich lieber Musik machen, wenn ich die Wahl hätte. Aber der Reihe nach:
-
Verhandeln kann ich von Natur nicht besonders gut.
Auf einem Basar in Istanbul würde ich für jeden Teppich wahrscheinlich das Doppelte bezahlen. Ich kenne den Satz,
You dont get what you deserve, you get what you negotiate
, und es geht schon besser als vor zwanzig Jahren, aber ich habe immer noch mehr Respekt vor Menschen bei denen das mit dem Verhandeln nicht nötig ist, weil sie von sich aus sehen was etwas wert ist und das auch entsprechend honorieren.Auf der anderen Seite, wenn man sich überwunden hat und es klappt, dann ist das schon ein gutes Gefühl. Wie alle bestandenen Herausforderungen.
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Administration ist noch schlimmer.
Gerade für
Grenzgänger
(so heißt das offiziell, wenn man in einem Land arbeitet und in einem anderen wohnt) ist das manchmal ein Albtraum. Meine Festanstellung ist länderübergreifend gesetzlich gut geregelt. Da gibt es nur Kleinigkeiten, wie welches Finanzamt für einen zuständig ist. Wie und wo hingegen die Einkünfte aus dem Schreiben europäisch korrekt versteuert werden, das ist nicht so einfach herauszufinden und eine Story für sich.Aber auch wenn das erledigt ist, würde ich das dabei enstehende Gefühl nicht als Glück bezeichnen. Das ist eher wie nach dem Abwaschen: Fertig. Fernsehen.
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Werbung. Tja. Von Natur aus stelle ich mein Licht eher unter den Scheffel, das ist heute ähnlich wie das Verhandeln nicht mehr ganz so schlimm. Man wird ja erwachsen [schmunzelt].
Aber nachdem Little Boxes im Mai 2006 erhältlich war, war die Werbung für mich die eigentliche Herausforderung. Sowohl auf dem eher theoretischen Level (Klappern gehört zum Handwerk, lets klapper) als auch auf dem eher praktischen (Äh, wie macht man denn das jetzt mit dem Klappern eigentlich?).
Hat aber ja ganz gut geklappt, jedenfalls ist Little Boxes inzwischen bekannt. Aber Glücksgefühle? Eher Zufriedenheit.
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Verkauf. Gute Verkaufszahlen geben schon ein paar Glücksmomente, denn erst durch den Verkauf wird es zu einem Produkt. Vorher ist es ein guter Text, aber durch den Verkauf wird es irgendwie real. Und wenn ich schreibe, ist das doch nicht alles nur für mich.
Gute Rezensionen geben Glücksgefühle
Wobei ich mit
gut
nicht unbedingt Zwei-Wort-Rezensionen wieTolles Buch
meine, sondern eher welche, die sich wirklich mit dem Text auseinandersetzen:- Letztens schrieb jemand, er dachte beim Lesen manchmal, dass einiges zu lang erklärt wäre, er aber später den Sachverhalt wirklich verstanden hatte und kaum neue Fragen auftauchten.
- Oder in einem Forum schrieb ein Leser, dass er durch die Lektüre von Little Boxes viel systematischer arbeitet.
Das finde ich echte Komplimente.
Qualität ist mir wichtig
Ich mag keine schlechten Produkte und versuche selbst keine auf den Markt zu bringen. Steht immerhin mein Name drunter.
Das Gefühl, dass sich der ganze Aufwand gelohnt hat gibt schon Glücksmomente, gemischt mit ein bisschen Stolz.
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Abseits von IT: Welches Buch Peter M. Müller schreiben würde
- #11 hyperkontext
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Nehmen wir an, jemand bietet Dir ab jetzt eine nicht zu knapp bemessene monatliche Zahlung bis an Dein Lebensende, unter zwei Bedingungen:
- Du musst innert zwei Jahren ein Buch mit mindestens rund 500 Seiten abliefern.
- Dein Werk darf nichts mit der Handhabung von Computern, Internet oder Programmen zu tun haben. Ansonsten darfst Du das Thema, die Gestaltung und das Genre völlig frei wählen.
Was würden wir von Dir zu lesen bekommen?
- #11.1 Peter
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Das ist ja mal eine geile Frage. Anyone? Also … wenn ich das so genau wüsste, dann wäre ich jetzt wahrscheinlich schon am Schreiben.
Als ich meiner Frau im April 2006 Little Boxes widmen wollte, sagte sie
nein
, denn sie wollte wenn, dann eine Widmung nur in einemrichtigen Buch
haben, nicht in so nem Computerding. In der Erstausgabe war denn auch gar keine Widmung drin.Bei der Markt+Technik-Ausgabe habe ich dann gar nicht mehr gefragt und einfach reingeschrieben:
Für Karin. Auch wenn es nur ein Computerbuch ist.
Mein Frau fragt immer noch manchmal, wann ich denn endlich mal
was Richtiges
schreibe.Chicago 1968 und 2008
Im Erfinden von rein fiktiven Plots und Charakteren habe ich bisher wenig Erfahrung. Also würden die Geschichten zumindest ihren Ursprung wahrscheinlich in dem haben, was ich bisher so erlebt habe. Das ist ja nicht unbedingt so der klassische Beamtenlebenslauf und reicht bestimmt für 500 Seiten [lacht].
Ansonsten: Ich habe ja als Anglistik-Schwerpunkt
American Cultural Studies
gehabt und meine Magisterarbeit war Star Trek and the American Dream. Darin geht es um den Zustand des American Dream in den 60ern und wie sich das in der Original-Star-Trek-Serie widerspiegelt. War ein absoluter Selbstläufer.Sowas macht einen Heidenspaß und das wäre jetzt gerade nach dem Wahlsieg von Barack Obama super interessant zu vergleichen: Chicago 1968 und 2008.
Die Oscars dieses Jahr gingen an Slumdog Millionaire und an Die Vorleserin, beides nicht unbedingt die typischen Hollywood Feel-Good-Movies. Ist das symptomatisch oder Zufall?
Aber ob das für 500 Seiten reicht, wage ich eher zu bezweifeln. Da müsste man dann ein bisschen weiter ausholen und bei den Pilgrim Fathers anfangen [lacht].
- #11.2 hyperkontext
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Nun, ich denke die Mehrzahl der LeserInnen erlebt die Buchreihe Little Boxes nicht nur als
was Richtiges
, sondern alsrichtig gut
. (Das kannste Deiner Frau von mir ausrichten [zwinker].)Peter, ich danke für dieses ausführliche (virtuelle) Gespräch, das uns den Buchautor und Menschen Peter M. Müller etwas kennen lernen ließ.
Weitere Verweise zum Thema
- infotekten.de – Das Weblog vom Buchautor Peter Müller
- little-boxes.de – Website und Blog zur Buchreihe
- groningen-info.de – Deutschsprachige Informationen über die Stadt Groningen (Niederlande). Hobbyprojekt von Peter M. Müller über seine Wahlheimat.
- Rezension: Little Boxes, Teil 2 vom 29. Januar 2008
- Rezension: Little Boxes, Teil 0 vom 15. Dezember 2008
- (eingefügt 2009-08-01)
Buchrezension: Little Boxes, Teil 1 (2. Auflage) vom 31. Juli 2009
- Datum:
- veröffentlicht am 23 Mai 2009, 09:46 MET.
- Artikel:
- Mit Little Boxes Buchautor Peter M. Müller im Gespräch [hyperkontext | Weblog]
- Kurz-URL:
- http://hyperkontext.at/s/205
- Thema:
- Webgestaltung, Kommunikation
- Stichworte:
- Buchautor, CSS, Internet, Interview, Little Boxes, schreiben, Webentwicklung
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