Mai 2008 im Kontext

Montag, 02 Juni 2008 21:43 MET

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Foto: Radarschirm
Mai 2008 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Von kostenlosen Piktogrammen, einer Linksammlung zu Typografie und flexiblen oder festgezurrten Grid-Layouts reicht das Spektrum zur Webgestaltung im Mai 2008. Weiters auch noch ein Abschnitt zur Accessibility, die Websites auch zugänglich für ältere Menschen macht.

Informationszeitalter und Unternehmen ist ein schwieriges Thema, vor allem wenn es um Mitmachen und Menschen geht. So manchen wird die Kreativität, die Lernfähigkeit und die Gestaltungskraft ihrer Angestellten für die Organisation nach wie vor verschlossen bleiben. Und weil so manche Manager nicht loslassen können, sehen sie sich mit einer wachsenden Komplexität konfrontiert.

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  1. Webgestaltung im Mai 2008
    1. Darf's ein bisserl billiger sein?
    2. Zugänglich für ältere Menschen
      1. Der Punkt
  2. Informationszeitalter und Unternehmen
    1. Wikis in Unternehmen, die zweite
  3. Die wachsende Komplexität

Webgestaltung im Mai 2008

Freie Piktogramme unter dem Titel Menschen & Behinderung stellt die Agentur anatom5 in Zusammenarbeit mit der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo) zur Verfügung.
Hier geht's zu den Icons und den Nutzungsbedingungen: http://icons.anatom5.de/.

Eine kleine, aber feine Linksammlung zu Typografie im Web liefert uns Brett Bittke: Understanding Web Typography.

Der Webstandard-Blog ruft uns vor allem zwei CSS-Selektoren in Erinnerung – :first-letter und :first-line –, vor deren vermehrter Anwendung wir nicht zurückschrecken sollten, zumal sie auch von älteren IE-Versionen interpretiert werden: CSS Selektoren, eine vergessene Spezies?

Einen sehr anregenden Stoff – und prompt auch viel kommentiert – liefert Dirk Jesse mit seinen Argumenten für flexible Gestaltung: Flexible Layouts vs. Fixe Layouts – 5:0.

Valides HTML und CSS; benutzbar, gebrauchstauglich, skalierbar, flexibel, verständlich. Na und?

Darf's ein bisserl billiger sein?

Jens Grochtdreis nahm im Mai die sogenannten Grid-Layouts (eine angenommene Fläche wird in gleich breite Spalten geteilt) und den darauf aufbauenden Frameworks – also Basis-Layouts in CSS (Cascading Style Sheets) – unter die Lupe. Er vergleicht diese Vorgangsweise mit den guten alten Tabellengerüsten der früheren Zeit: Grid-Layouts – das neue Tabellenlayout?

Jens ahnte wohl nicht, dass seine Betrachtung auch in eine Debatte um die zeitliche Effizienz der Abarbeitung von Aufträgen und den Überlebenskampf der Web-Freelancer mündet (siehe Kommentare in vorher verlinktem Beitrag).

Unter dem Gesichtspunkt, dass wir mit Angeboten von Online-Auktionshäusern konkurrieren wollen und ganze Web-Projekte um 80 europäische Geldeinheiten gehandelt werden, ist natürlich jede Überlegung von Qualität und Nutzbarkeit überflüssig. Auf solchen Plattformen wird mitunter auch die eigene Großmutter um ein Stück Kuchen verscherbelt.

Unter dieser Prämisse wird (bis zum 2. Juni 2008 vorerst) der genannte Artikel von Jens auch diskutiert: Der direkte Vergleich: YAML / GridEasy.

Layout? Das macht mein Programm.

Ich muss mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen um zu behaupten, dass die großen Hersteller der Monster-Programme, Dreamweaver und der Nachfolger von MS-Frontpage (was weiß ich wie der jetzt heißt), schon fleißig an Grids auf CSS-Basis für die WYSIWYG-Handhabe basteln beziehungsweise bestehende Frameworks als Bestandteil des Programms integriert werden.

Genau das was Jens Grochtdreis also an den fix positionierten Grid-Konzepten kritisiert wird bald in den bekannten Web-Editoren eingebaut sein. Früher waren es Tabellen und jetzt werden es endlos verschachtelte DIV-Konstrukte sein, made by Frontpage und Co. Macht jeden zum Webentwickler und konkurrenzfähig bei Online-Auktionen!

Zu dieser Schiene passt dann gleich die immer wieder – auch im Mai 2008 – gestellte Frage: You Provide Valid HTML & CSS, So What?

Zugänglich für ältere Menschen

Jack Pickard macht sich in drei Teilen Gedanken über Accessibilty für ältere Menschen. Er zählt unter anderem auf, dass die Farbunterscheidung im Laufe des Lebens abnimmt, die Pupillen kleiner werden und weniger Licht durchlassen.

Eine 80 Jahre alte Netzhaut bekommt im Vergleich zu einer 20jährigen nur mehr 15% des Lichtes.

Die Beeinträchtigungen durch das Alter passieren ja nicht von heute auf morgen und sind meist nicht extrem. Viel öfter tritt der Fall der temporären oder leichten Behinderung ein.

  • Wir haben ein paar Tage das Gefühl, dass ein bestimmter Vorgang – zum Beispiel das Navigieren mit der Maus in winzig verschachtelten Menü-Konstruktionen – nicht mehr so leicht von der Hand geht und dann ist es wieder weg. Diese Perioden (zum Beispiel motorischer Beeinträchtigung) werden aber kürzer.
  • Wir verwenden beispielsweise in manchen Situationen mehr Energie für visuelle Aufnahme und beginnen unbewusst mit anderen Sinnesorganen auszugleichen. Erst später nehmen wir bewusst wahr, dass wir eben nicht mehr so gut sehen wie früher.
  • Wir brauchen längere Erholungsphasen. Zum Beispiel bei der Aufnahme von Informationen via Bildschirm.

Der Punkt

Unser Verhalten ändert sich langsam und das ist der wesentliche Punkt auf den Jack nun anspielt.

  • Die Menschen wachsen mit dem Web und für immer mehr ältere wird der regelmäßige Umgang damit auch im hohen Alter zum Leben gehören.
  • Ältere Menschen haben aber öfter (temporäre) Behinderungen und sind trotzdem auf das Web angewiesen oder wollen nicht darauf verzichten.
  • Immer mehr Menschen im hohen Alter werden auch auf assistierende Software zurückgreifen, um das Web benutzen zu können. Solche Software ist umso mehr auf zugängliche, standardkonforme Strukturierung und Programmierung angewiesen.
  • Ältere Benutzerinnen stellen höhere Ansprüche an Struktur und Wert von Information.
  • Dort wo jüngere sich schnell zurecht finden oder an anderer Stelle die für sie geeignete Information finden, wird der (mentale) Aufwand für ältere Menschen höher. Zum Beispiel zu verstehen, was auf einer Seite nun anklickbar ist.

Hier die drei lesenswerten kurzen und allgemein gehaltenen Beiträge von Jack:

Unter Berücksichtigung dieser Aspekte kann die Website der englischen Gemeinde Woking Borough geradezu als Vorbild dienen.

Lesen Sie die Besprechung auf accessites.org: Woking Borough Council.

The Woking Borough Council site is one of the best UK council sites that we've seen in a long time. Good looking, highly usable and mostly accessible. Mel Pedley, Woking Borough Council

Informationszeitalter und Unternehmen

Ein Artikel im ZDNet.de weist auf zwei jüngste Studien, die Kommunikationsinfrastrukturen der letzten 20 Jahre als nicht mehr zeitgemäß konstatieren: Studie: Kommunikationstechnik in vielen Firmen veraltet (gefunden via rolotec.ch, Veraltete Tools im Informationszeitalter).

Hierzu passen dann gleich auch diese Verweise:

Eines der wichtigsten Aspekte in internen Web2.0-Projekten – und auch ein Steckenpferd von mir – ist das ständig strapazierte Wort der Unternehmenskultur. Um diese mal irgendwie angreifbar zu machen, hatte ich im Mai den Beitrag Intranet 2.0: Kooperierst du noch oder machst du schon mit verfasst.

Auch wenn es schon nervt und ich mich der Thematik mitunter auch schon sehr sarkastisch widme (A-Virus ist nicht Web2.0 kompatibel), lässt sich das Thema nicht ausblenden.

Und so tauchen immer öfter Beiträge auf, die mit vielen Worten und dem Versuch einer Art Überzeugungsarbeit letztendlich feststellen, dass die kommenden Zeiten viele Unternehmen und Organisationen schwer unter Druck bringen werden, wenn das Top-Management sich nicht selbst engagiert und an anachronistischen Arbeits- und Organisationsmodellen festhält.

Indeed, some of the most significant change management processes – certainly in terms of culture – actually need to occur at the most senior levels. MyCustomer.com, Why change management is critical to Web 2.0 success

Die Verlierer werden zunehmend die Unternehmen sein, die an starren hierarchischen Strukturen festhalten und sich damit viel Areale von Wissen, Kommunikation, Einsatzbereitschaft und Erfahrung nicht zunutze machen können. Denen die Kreativität, die Lernfähigkeit und die Gestaltungskraft ihrer Angestellten für die Organisation verschlossen bleibt. In der einen Branche früher, in der anderen später.

Social media represents a full-fledge media / communication channel that will evolve with or without you. It’s another accepted form of communications that people want. Toby Ward, Intranet 2.0: A must-have zitiert Steve Krol

Kommentare betreuen: Zwei Arbeitstage pro Monat.

Kommunikation kostet Zeit und daher auch ein interaktives Intranet.

Saim Rolf Alkan [text-gold.de] hat nachgerechnet, wieviel Zeit allein für die Pflege von Kommentaren in einem Intranet aufgewendet werden muss, wenn nur regelmäßig rund 20 Personen aktiv mitmachen und kommentieren: Intranet - Wie aufwendig ist die Kommentarbetreuung?

Wikis in Unternehmen, die zweite

Die Diskussion über Wikis in der Unternehmensumgebung hält weiter an. In meiner letzten Monatsschau – April 2008 im Kontext – hatte ich ja schon auf interessante Einträge hingewiesen. Hier die Fortsetzung der Diskussion, mit ein paar neuen Beiträgen zum Wiki-Thema:

Die wachsende Komplexität

Armin Karge verweist auf ein Interview mit einem Professor Kruse (mit Kurzauszug), das wohl auch auf das Verständnis und den Umgang mit kollaborativen Web-Umgebungen zutrifft: Wie reagieren wir auf wachsende Komplexität?

Es führt kein Weg daran vorbei: Das Internet ist Realität, schreiben Uwe Jean Heuser und Gero von Randow in der ZEIT und charakterisieren philosophisch angehaucht, aber doch immer sehr realistisch, das Lebensgefühl und den Weg des Virtuellen zum Realen: Unser Leben im Netz. Schöner Artikel!

Abschnitt 1 von 1

Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 2. Juni 2008 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 02 Juni 2008, 21:43 MET.
Artikel:
Mai 2008 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
Kurz-URL:
http://hyperkontext.at/s/139
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