März 2008 im Kontext

Dienstag, 08 April 2008 23:27 MET

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Foto: Radarschirm
März 2008 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Zu Webstandards und barrierearmer Gestaltung von Websites gab es im März wieder einige empfehlenswerte neue Beiträge.

Der Begriff Intranet wird mittlerweile immer diffuser und die digitale Spaltung unserer Gesellschaft macht sich auch hier bemerkbar. Im letzten Monat fanden sich aufschlussreiche Texte im Zusammenhang mit Intranets (2.0).

Webstandards und barrierearme Gestaltung

Über die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 wird auch in Deutsch gesprochen. Hierzu verweise ich nochmals auf die deutsche Übersetzung von Maria Putzhuber. Im März liefen bei mir dann noch zwei lesenswerte Beiträge auf:

Etwas zur Praxis

Für das Auge

  • Ebenfalls auf cssglobe.com gefunden. Eine praxistaugliche Auflistung von CSS-Tipps, die in keiner Lesezeichenliste fehlen sollte: 8 Premium One Line Css Tips.
  • Schöne Zusammenstellung von sehenswerten Beispielen:
  • Andy Rutledge erinnert uns daran, dass auch einfache Textverweise in ihrer Gestaltung überlegt eingesetzt werden müssen: (2011-11-10: nicht mehr abrufbar) Why and How: Styling Text Links.

Wenn jemand nach einem geeigneten HTML-Texteditor sucht, dann kann diese neue Liste vielleicht hilfreich sein: 9 of the best Rich Text editors reviewed [webdistortion.com].

Intranets (2.0)

Bei den einen löst das Wort Intranet Gedanken an einen zentralistisch organisierten Verteiler für Dokumente – im Stile eines Amtsblattes für öffentliche Mitteilungen – aus.

Andere denken bei Intranet an die grundlegenden kommunikativen Lebensadern eines Unternehmens:

  • zeitnahe und individuell einstellbare Informationsflüsse (Newsfeeds),
  • Verknüpfungen von Stichwörtern, Projekten, Orten, Fachwissen mit Personen (Yellow-Pages),
  • authentische Informationen, narrativen Ideen- und Wissensaustausch und Dialoge (Blogs) und
  • schnell erreichbare Wissensnetze (Wikis).

Der Begriff Intranet wird mittlerweile immer diffuser und die digitale Spaltung unserer Gesellschaft macht sich auch hier bemerkbar.

Viele Führungskräfte haben diese Entwicklungen noch nicht einmal mitbekommen. Die Internet-Analphabeten in Entscheiderpositionen machen einen großen Bogen um dieses Thema, weil ihnen der Durchblick und die Vorstellung fehlt. Sie blenden es kurzerhand aus:

Sie leben, denken und kommunizieren nur in und mit ihrer Welt, schreiben an Pamphleten, Prozessen und Regeln, während die tägliche Informationsbeschaffung und Kommunikation ohne improvisierende, sich selbst organisierende Mitarbeiter bereits zusammengebrochen wäre.

Und so schreibt dann Michael Alan Hamlin (in Computerworld Philippines), dass viele Werkzeuge aus der Web2.0 Ära informell – quasi unter der Hand – von Mitarbeitern eingeführt und zur Anwendung kommen, natürlich mit dementsprechendem Risiko (Sicherheit): Managing Technology: Intranet 2.0.

Auch Jane McConnell beschäftigt sich damit, dass bereits heute viele Mitarbeiter mit Hilfe sozialer Netzwerke mangelnde Fähigkeiten ihres hauseigenen Intranets ausgleichen: Facebook filling a gap in company intranets.

Dass es auf Dauer nicht gut gehen kann, wenn offiziell ein gemeinsames Ziel kommuniziert wird, aber zwei Welten nebeneinander agieren, leuchtet jedem Halbwüchsigen ein. Ein Blick in die Geschichtsbücher führt uns den Ausgang solcher Entwicklungen immer wieder vor.

Für die Manager die noch immer meinen es ginge hier nur um technische Abwicklungen zum Delegieren und das Internet sowieso von anderen bedient wird, für die hat Hans Fischer (rolotec.ch) einen aufschlussreichen Artikel parat:

Web 2.0 ist Ausdruck eines dynamischen, gesellschaftlichen Wandels. Eine Entwicklung, die der Wissensgesellschaft neue Bedeutung und Aufgaben gibt. Werden sie nicht umgesetzt, scheitern Personen und Organisationen. Hans Fischer, Antworten zur Wissensgesellschaft 2.0

RSS-Newsfeeds verändern Gewohnheiten fundamental

RSS-Newsfeeds verändern meine Internetgewohnheiten fundamental schreibt Alexander Greisle und spricht damit eine grundlegende Erfahrung an. Die Aussage wäre an sich ja nicht so bedeutungsvoll. Im Zusammenhang mit den vorher erwähnten Netz-Abstinenten in Entscheiderpositionen wird sie es aber. Die Erfahrung mit den grundlegenden Funktionen moderner Informationsbeschaffung (und auch zur Verfügung stellen) wäre diesen Leuten anzuraten.

Anschließend ist die Lektüre des folgenden Artikels von Andrea Back (Universität Sankt Gallen) anzuraten, um die Analphabeten etwas aus dem Hinterholz zu holen: Arbeitspraxis Web-2.0: Die Lernkurve von 1.0 nach 2.x kriegen (2008-09-16: Verweis nicht mehr erreichbar).

Als Draufgabe dann noch gleich Vernetzung der Wissensinseln und Using social technologies to aid communities mit Geschichten aus der Unternehmenspraxis (Unilever, British Telecom) und dann noch ein Livebericht von der Cebit: Wiki-Einführung in KMUs: Herausforderungen und Erfolgsfaktoren.

Zum Abschluss noch eine kurze Übersicht für die Leute, die sich eigentlich schon wieder mit der näheren Zukunft von Intranets beschäftigen: Die Zukunft des Intranet - Konvent des Arbeitskreis Intranet.

Lachen ist gesund

Eigentlich reicht es ja jetzt schon über Unternehmen und ihre vermeintlichen Lenker zu schreiben. Aber was wäre eine Monatsrückschau ohne Thomas Knüwer zu zitieren?

Diesmal über dummdreiste Verschönerungsaktionen in Wikipedia, namentlich auch der Bayer AG, von pflichtbewussten Beamten Angestellten. Er schließt mit folgenden Worten:

Was kann daran falsch sein, wenn Mitarbeiter eines Konzerns dessen Selbstbejubelung als Lexikon-Artikel einstellen? Sie tun das im Auftrag Gottes, sind seine Diener auf Erden, seine Päpste, sie sind unfehlbar. Thomas Knüwer, Bayer - ein Konzern volle Päpste

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Datum:
veröffentlicht am 08 April 2008, 23:27 MET.
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