Juni 2010 im Kontext

Samstag, 03 Juli 2010 17:26 MET

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Juni 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Der IE9 kommt mit Kaffeefahrt­methode langsam auf unser Radar. Der Alltag mit Screenreader kann zeitraubend werden.

Social-Web? Also wie jetzt. Solche Fragen sind von unbedarften Leuten keine Seltenheit.

Im Narrenkäfig: Bei manchen Manager-Karlis kommt es beim Zuhören zu Schmerzschüben. Darf die Zivilgesellschaft Menschen mit solchen Schmerzen unbehandelt lassen?

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  1. Webgestaltung im Juni 2010
    1. Alltag barrierefrei
    2. Weitere interessante Beiträge
  2. Social-Web? Also wie jetzt
  3. Karli Manager im Narrenkäfig
    1. Schmerztherapie für Manager-Karlis

Webgestaltung im Juni 2010

Da hat einer gleich zu Anfang des Monats auf den Tisch gehauen: Element, Tag, Attribut. Ein für allemal, bleibt aber wohl ein frommer Wunsch vom Peter Kröner. Jedenfalls eignet sich der knackige Beitrag als Referenz. Danke.

Yahoo! entwickelte einen Styleguide, wie für das Web geschrieben werden sollte. Wir sollten dabei allerdings beachten, dass einige Regeln und Empfehlungen nur für die englische Sprache geeignet sind und zumindest im Deutschen anders angewendet werden.

Der Internet Explorer 9 (IE9) kommt jetzt langsam auf unser Radar:

  1. Die gute Nachricht: IE’s big leap forward; CSS3 selectors fully supported [Quirksmode].

  2. Die schlechte Nachricht für .NET-Baukastenfrickler: Es gibt wieder mehr von diesen seltsamen Kompatibilitätsmodi.

    Hierzu verweise ich auch auf einen älteren Beitrag von mir, der anlässlich des IE8 geschrieben wurde:
    IE8 Kompatibilitätsmodus: Meta-Tag EmulateIE7 und Listen - der Überblick.

Für einen sagenhaften Schwachsinn – oder sagen wir lieber dreiste Kaffeefahrtmethode – halte ich die erneute Bindung an die Version des Betriebsystems. Der IE9 kann nämlich nur ab Windows7 installiert werden, so wie IE7 und 8 zuvor erst ab XP mit ServicePack2 möglich sind.

Alltag barrierefrei

Klar kommen Leute mit Screen­reader oft irgendwie zurecht.

Es ist äußerst zeitraubend, wenn du dich immer vor den gleichen Fangstricken in Acht nehmen musst, die – mit etwas Kompetenz der Gestalter – gar nicht vorhanden sein müssten.

Eva Papst berichtete wieder aus ihrem Alltag im Web als blinde Person: Von Fangstricken und Zeitfressern.

Beim Blind-Text wird auch aus dem Alltag berichtet. Screenreader – wer braucht Sprachauszeichnung?

Darauf hinweisen möchte ich, dass sich Sprachauszeichnung in HTML eigentlich nicht nur auf Screenreader bezieht. Wie weit das aber tatsächlich derzeit praxisrelevant ist, darüber versuche ich mich gerade schlau zu machen. Bei genügend Material gibt es natürlich einen Beitrag dazu.
Update 2010-07-25: Ich habe etwas rechechiert und einen Beitrag dazu geschrieben:
Nur Screenreader verarbeiten Sprachauszeichnung in HTML.

Am Accessibility-Stammtisch in Wien wurde von den Veranwortlichen der Relaunch von wien.gv.at näher erläutert. Seit vielen Jahren schon eine bewährte Referenz für barrierefreie Zugänglichkeit im Web. BIZEPS schrieb den ausführlichen Rückblick: 25. Accessibility-Stammtisch: Relaunch von wien.gv.at.

Weitere interessante Beiträge

CSS

HTML5

Social-Web? Also wie jetzt

  • Warum soll ich in ein Blog schreiben, wenn ich auch telefonieren kann?
  • Warum soll ich in ein Wiki schreiben, wenn ich ein Dokument per E-Mail schicken kann?

Solche Fragen sind von unbedarften Leuten in Unternehmen keine Seltenheit.

Das Blog von Seibert Media widmete sich im Juni einem geduldigen Vergleich: Zusammenarbeit per E-Mail vs. Wiki-Kollaboration: Was ein Extranet auf Wiki-Basis leistet. Nachdem dieses Verständnis geschafft ist, ist es Zeit zu tiefgründigerer Betrachtung: Die Weichen in Richtung Enterprise 2.0 stellen [business-wissen.de].

Den Blick auf das Gesamte richtete einmal mehr der Netzökonom im Juni mit Collaboration: „Social Media ist der nächste große Schritt”.

Wer es jetzt noch genauer haben will, für den hat KoopTech eine Serie in kleinen Häppchen zusammengestellt: 9-teilige Serie über das Social Web.

Was wohl ein Liedschatten ist?

Bei Berichten über diese sozialen Webdingens fallen auch schon mal zu viel oder zu wenig Buchstaben an. Das seh ich ja ein, wenn zum Beispiel bei »Lippenstifen« das T ausfällt.

Beim Lidschatten werde ich schon skeptischer und überlege, ob mangelnde Liebe zur Sprache den Autor, die Autorin in einem Qualitätsmedium dazu befleißigt, daraus den Schatten eines Liedes zu machen.

Nunja, für solche Hopplas gibt es schließlich den Fehlerleser. Und so unterrichtete ich ihn über diesen Fauxpas, der dann in seinem Blog über den rätselhaften Liedschatten berichtete.

Interessant finde ich, dass solche Fehler keinen Menschen in der Redaktion interessieren und diese bis dato (2010-07-03) auch nicht ausgebessert wurden. Meiner Erfahrung nach auch wohl nie werden. Obwohl das digitale Medium – im Unterschied zum gedruckten – für sofortige Richtigstellungen geradezu prädestiniert ist.

Nun gut, ist ja gratis können wir sagen. Sicher bin ich mir, dass auch bei Bezahlinhalten solche Fehler nicht ausgebessert werden würden.

Karli Manager im Narrenkäfig

Der von mir sehr geschätzte Professor Bob Sutton schrieb wieder was treffendes: Some Bosses Live in Fool’s Paradise: The Mum Effect.

Die Quintessenz ist, dass in ausgeprägt hierarchischen Organisationen die schlechten Nachrichten von Stufe zu Stufe nach oben immer mehr schön­geredet werden – schon allein als Überlebens­strategie der »Untertanen«.

Ist die schlechte Nachricht letztendlich ganz oben angekommen, sofern dies überhaupt der Fall ist, wurde daraus schon eine frohe Botschaft. Ein einfältiger Manager – also ein Karli Manager – überzuckert das nicht und lebt glücklich in seinem Narrenkäfig.

Oft passiert es, dass in solchen Organisationen irgend einer Mode nachgerannt wird. Was dabei rauskommt, können wir hier nachlesen: Charismatische Führung ist gut für Mittelmäßigkeit [Schlachtes Blog].

Schmerztherapie für Manager-Karlis

People are happy to know that you’re listening to them. Be human: it doesn’t hurt to be a normal person. [Aurélie Valtat] Changing the way we deal with communication: the Icelandic volcano and social media

Für den Zusammenhang mit dem Zitat empfehle ich meinen Artikel, Eurocontrol auf Twitter – Social-Media Lehrbeispiel.

Daraus folgernd, dürfte es bei manchen Manager-Karlis beim Zuhören zu Schmerzschüben kommen. Geklärt ist nur nicht, ob der Schmerz ad hoc durch das Zuhören entsteht oder erst dann, wenn der Sprechende einer niedrigeren Kaste angehört.

Wenn Karlis nicht zuhören, könnte es sich also um eine banale, aber durchaus verständliche Strategie der Schmerz­vermeidung handeln.

Darf eine Zivilgesellschaft mit demokratischem Anspruch Menschen mit solchen Schmerzen unbehandelt lassen?

Hinzu kommt, dass es offenbar Ansteckungsmuster gibt und immer mehr Menschen Schmerzschübe beim Zuhören bekommen. Es besteht die Gefahr, dass die daraus resultierende Verhaltensstörung nicht mehr wahr genommen wird, die Störung sich also in die Kultur einer gesamten Population assimiliert.

Im Interesse der Zivilgesellschaft

Wo unbehandelte Schmerzpatienten in großen Ansammlungen ihrem Schicksal überlassen sind, kommt es zu Kannibalismus und fatalen Auswirkungen auf die Restpopulation. Das können wir unschwer – neben den üblichen Verdächtigen der Finanzindustrie – an Verwaltungen, politischen und staatsnahen Organisationen beobachten.

Es ist also nicht nur inhuman, Menschen mit chronischen Schmerzen unbehandelt zu lassen, sondern auch im Interesse der Zivilgesellschaft, wenn Manager-Karlis zu einer umfassenden Schmerztherapie gedrängt werden.

Für die Schmerzbehandlung dürfte allerdings nicht ausreichend geeignetes Fachpersonal zur Verfügung stehen, weil auch viele Ärzte dieser Verhaltensstörung anheim­gefallen sind. Patienten berichten immer wieder von bemit­leidens­werten, schubartigen, offenbar fürchterlichen Schmerzen der Ärzte beim Zuhören.

Gleichzeitig müssen wir uns nach Alternativen umsehen: Neue Entscheider braucht das Land [Thilo Baum]. Sagen wir lieber, brauchen die Länder.

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Datum:
veröffentlicht am 03 Juli 2010, 17:26 MET.
Artikel:
Juni 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
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