Gesammelte Kuriosa aus dem Web 2009

Donnerstag, 31 Dezember 2009 17:50 MET

Thema:
Kommunikation  
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Hofnarr im Kostüm, der sich gerade selbst an den Ohren zieht
Gesammelte Kuriosa aus dem Web 2009 [hyperkontext | Weblog]

1282 Schlüsselwörter in den Meta-Angaben einer Webseite und warum ein bekannter Webentwickler zur Schlagzeile in christlichen Nachrichten wird.

Wie über semantisches HTML geschrieben wird und im Text bedeutungslose Elemente verwendet werden.

Warum ein Manager-Karli eines Restaurants seine Angestellten per E-Mail beschimpft und wie Luftkacker Millionen verdienen.

Mein Ordner »Kuriosa«

Ich verbringe so viel Zeit im Netz, dass ich mir dieses Jahr einen eigenen Ordner mit dem Titel »Kuriosa« im Feed-Reader mit der Absicht anlegte, aus diesem Kuriositäten­kabinett am Ende des Jahres einen Beitrag zu erstellen.

Obwohl ich darauf achtete dem Namen gerecht zu werden, sammelten sich im Laufe des Jahres doch rund 40 solcher Kuriositäten an. Daraus habe ich nun die folgenden ausgesucht:

1282 Schlüsselwörter

Hat Fritz Weisshart die längste Wurst von Schlüsselwörtern einer Webseite entdeckt?

1282 Wörter in den Meta-Angaben sind jedenfalls schon ein beachtlicher Weg zum realisierten Schwachsinn.

Christliche Neuigkeiten

Da versucht eine Website alle Neuigkeiten über Christen an einer Stelle zusammen zu tragen. In der heutigen Zeit natürlich automatisch, versteht sich.

Dass es auch Menschen mit dem Vornamen Christian gibt, die Evangelisten genannt werden und dabei nicht zwingend eine christliche Mission erfüllen, versteht der Filter für christliche Neuigkeiten wiederum nicht so ganz.

So wird der bekannte Webentwickler Christian Heilmann – der als Evangelist für Yahoo! auf der ganzen Welt Vorträge hält – zur Schlagzeile für Christen.

Der Umkehrschluss ist durchaus nicht von der Hand zu weisen: Es gibt sicher einige Christen, die Webentwickler sind und christliche Nachrichten verfolgen.

Semantik und HTML

Wir schreiben und reden über bedeutungsvolles HTML seit vielen Jahren. Nur eines wird immer wieder erfolgreich verhindert: Taten setzen.

Kurios wird die Sache vor allem dann, wenn ein altgedientes Mitglied der Webkrauts einen Artikel über HTML5 schreibt und darin die Bedeutung der Elemente strong, em, i und b diskutiert, während im Text einige Wörter, die offensichtlich Betonung ausdrücken sollen, mit bereits seit HTML4 veraltetem u Element markiert sind.

Beispiel aus dem Quelltext (2009-12-31): <u>Diesbezüglich lieferte XHTML2 die bessere Lösung</u>: Es verzichtete auf alle Elemente, die rein für die Formatierung zuständig waren

Wir können natürlich jetzt sagen, der Texteditor kann es nicht besser oder das CMS ist veraltet oder es ist ja nicht so wichtig. Wir können alles relativieren.

Egal wie das zustande kam: Es ist kurios und deswegen auch in dieser Sammlung:
Typo-Kolumne: Return of the BI

F**k, M***erf[piep], Sch[piep], Piep, Piep, Piep, Piep

Da schickte ein Karli Manager eines New Yorker Restaurants elektronische Post an seine Angestellten, die hauptsächlich aus Fäkalausdrücken besteht.

Übrigens auch einer von den Karlis, die sich nach eigenen Worten im Krieg befinden.

Von der Ausdrucksweise abgesehen, müssen wir uns auch den Grund des Schreibens vor Augen führen: Die Angestellten sollen die E-Mail-Adressen der Gäste des Restaurants einfordern und weil die nicht genug gesammelt haben, rastet der Typ aus.

Allein das Ansinnen schließt auf einen einfach gestrickten Intellekt. Der Tobsuchtsanfall offenbart den psychischen Zustand dieses Gastronomen-Karlis.

Für mich liegt das Kuriosum aber nicht an der hilflos einfältigen Agitation. Kurios ist viel mehr, dass der überhaupt noch Angestellte hat, an die er seine pubertären Tiraden adressieren kann.

Dass der Typ wohl eine schwere Kindheit hatte, ist klar. Bob Sutton fragt allerdings noch: Asshole Boss of the Year? Ich bin mir da nicht so sicher.

Noch viel gefährlicher als die, welche mit spektakulären Aktionen in den Schlagzeilen landen, sind nämlich die schweigsamen Manager-Karlis, die beständig Schaden an Menschen und Unternehmen anrichten.

Passend dazu, geht es mit Fäkalien weiter.

Mit heißer Luftkacke Millionen verdienen

Viel Luftkacke – im Volksmund auch Pfurz genannt – produzierten 2009 vor allem Unternehmen aus der Finanzbranche. Es stinkt nun mächtig, obwohl (noch) kein Produkt zu sehen ist.

Bekommen Sie für das Entweichen ihrer Verdauungsgase bezahlt? Nein? Dann machen Sie den falschen Job:

Anzumerken wäre, dass gewöhnlich nach den entwichenen Gasen das eigentliche Verdauungsprodukt austritt.

Wurden also 2009 gar nur die Korinthen gekackt und das Hauptgeschäft folgt 2010? Wenn dem so ist, dann können wir hier das passende Bild dazu betrachten: Alles über Hierarchien.

Der Ordner »Kuriosa« ist nun zwar geleert, das bleibt aber sicher nicht lange so. Prosit 2010!

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Datum:
veröffentlicht am 31 Dezember 2009, 17:50 MET.
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