Dezember 2009 im Kontext
Freitag, 08 Januar 2010 01:40 MET
Webgestaltung im Dezember 2009
Zeichenkodierungen machen nicht nur in HTML-Dokumenten manchmal Probleme. Über einen Tipp von Wolfgang Wiese stieß ich auf einen herausragenden Beitrag, der einiges erklären sollte: Character Set TroubleShooting [Rolf Rost].
Barrierefreiheit
Am 4. Dezember 2009 wurden die Preise zur BIENE vergeben. Eine umfassende Übersicht zu den ausgezeichneten barrierefreien Websites und weitere Informationen zum Wettbewerb: BIENE 2009: Manufactum hat die schönste Blüte.
Neben den bereits auf Deutsch übersetzten WCAG2 hat sich Einfach für Alle weiteren Texten angenommen und bittet um Mithilfe in Form von Kommentaren. Der erste Artikel dieser Serie: Weitere Übersetzungen zur WCAG.
Sie verstehen nur Bahnhof im Video?
Drehen Sie den Ton ab und starten Sie das gerade empfohlene Video. Und? Haben Sie alles mitbekommen?
Wahrscheinlich drehen wir schnell wieder den Ton an. Gehörlose können das leider nicht.
Es reicht aber auch schon, mal ein Video in japanischer, tschechischer oder finnischer Sprache zu betrachten, ohne dieser mächtig zu sein. Da wären Untertitel in unserer Sprache sehr willkommen.
Auf Dr. Web widmete sich Katrin Fegert im Dezember in einem Gastbeitrag diesem Thema recht ausführlich: Das Schweigen der Bilder: Barrierefreies Internet - Mehr Untertitel für Youtube.
Fazit: Mit etwas gutem Willen können wir jetzt schon Videos zugänglicher machen und in Zukunft wird es noch viel leichter.
Im Dezember 2009 fielen einige sehr interessante Verweise zu CSS (Cascading Style Sheets) an:
CSS
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Alles übers Stapeln und Positionieren: Z-Index And The CSS Stack: Which Element Displays First? [Van SEO Design].
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Wie wir zum Beispiel einen Zeilenumbruch in
:beforebzw.:after{content:"[text]"}richtig notieren, zeigt Introduction to CSS Escape Sequences [Mert Tol]. -
Dieser Beitrag zeigt sehr detailliert, wie
text-shadoweingesetzt wird und auch die IEs dazu gebracht werden können: Using Text Shadow in HTML/CSS [Admix Web]. -
Jeff Star modifizierte die altbekannte Cederholm Clearfix-Methode für neue Zeiten:
The New Clearfix Method.Diesen Beitrag nimmt Andy Ford offenbar zum Anlass, eine beliebte einfachere Clearing-Methode kritisch zu betrachten, weil diese beim Einsatz der CSS3-Anweisung
box-shadowzukünftig wohl nicht mehr astrein ist:
Saying Goodbye to the overflow: hidden Clearing Hack. -
Ein sehenswertes Tutorial im alljährlichen Weihnachstkalender 24Ways verfasste Natalie Downe und zeigt, was sich mit CSS3-Transitions so alles anstellen lässt:
Going Nuts with CSS Transition.Auch Eric Eggert zeigt im deutschsprachigen Weihnachtskalender der Webkrauts diese fantastischen Aussichten: Von Transitionen und Animationen.
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Lateral Code bekennt CSS3-Farbe und erklärt mögliche Angaben:
Playing Around with CSS3 Colors.
Digitale gesellschaftliche Spaltung
Die meisten werden es wohl kaum mitbekommen, manchen wird es egal sein und andere können hier nachlesen, wie sie es verhindern können:
Google liefert ab sofort an jeden Nutzer personalisierte Suchergebnisse aus. Das kann Vor- und Nachteile haben. Die wenigsten werden aber bewusst diese Optionen erkennen und aktiv Einstellungen vornehmen.
Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung sind es vermutlich nur ein paar Prozent oder noch weniger, die tatsächlich das Web in organisierter und nutzbringender Form nutzen. Leute, die sich ständig im Netz bewegen, verlieren mitunter diese Relationen.
- Damit wird verständlich, warum immer noch mit anachronistischen oder unrealistischen Anschauungen (politisches) Kleingeld verdient wird. Vorratsdatenspeicherung, Internetsperren, Twitter-Verbote im Stadtparlament und anderer Unsinn, nur um drei Beispiele zu nennen.
- Da es kaum Sensibilisierung und selten echte Kompetenz bei Verantwortlichen gibt, ist es auch nicht verwunderlich, in welch erbärmlichem Sicherheitszustand sich so manche Websites von Unternehmen und Kommunen befinden.
Mit diesen Feststellungen untermauere ich meine These, dass die sogenannte »digitale Spaltung« immer massiver voranschreitet. Auch bei einem Verhältnis von 96:4 oder gerade wegen der ungleichen Spaltung.
Die Gefahr, dass diese Mehrheit durch Lobbyisten eingelullt wird oder aus Schlamperei und Unkenntnis die Weichen falsch stellt, wird damit nur größer. Besser gesagt, schon Tatsache.
Frei nach AC/DC fahren wir wohl gerade am digitalen Highway zur Hölle.
(Digital) Highway to Hell
Nachfolgend verweise ich nur auf ein paar markante Beiträge aus dem Dezember 2009, welche – in Reihenfolge gesetzt – schon die Meilensteine unserer (post)demokratischen Gesellschaft auf ihrer Fahrt zur Hölle beschreiben:
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Die Chancen werden von der Elite als Gefahr gesehen.
Daher ist es das Interesse dieser Eliten, Angst zu schüren und das Internet bestenfalls als Kontrollmedium zu verwenden. Nicht aber das demokratische, partizipative und kollaborative Potenzial für die Mehrheit nutzbar zu machen.
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Die Zivilgesellschaft ist hingegen aus mehrheitlicher Unkenntnis noch nicht in der Lage das Potenzial von Social-Media tatsächlich zu nutzen, Druck zu erzeugen und die unumgängliche demokratische Erneuerung einzuleiten:
- Zivilgesellschaft – mangelnde Debatten und die Chancen des Internets [KoopTech]
- Web 2.0 fördert Alphabetisierung [Wortgefecht]
Dialog scheint für mich die Errungenschaft des SocialWeb zu sein. Doch als Dialog kann nur etwas bezeichnet werden, wenn der Ausgang offen ist. Ansonsten ist es ein Monolog
, Transparenz 2010 [Thorsten Zoerner]
Fehlender politischer Druck der Zivilgesellschaft verhindert daher nicht die unheilvolle Symbiose der elitären Politikerkaste mit den Lobbyisten der Wirtschaft. Das führt zu Meilenstein 3:
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Medienunternehmer schaufeln sich seit Jahren ihr eigenes Grab. Mit infantilen Rettungsversuchen über die Politk wird die Netzneutralität nun zunehmend angegriffen. Die neuesten obskuren Bezahlmodelle wirken da eigentlich nur mehr lächerlich.
- Trotz und Abendblatt [Indiskretion Ehrensache]
- Nur geringe Akzeptanz für Paid Content [fuellhaas.com]
- Interview mit dem Betriebsrat der aufgegebenen ‘Netzeitung’ – und DuMont [Basic Thinking Blog]
- Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, für welchen Blödsinn da mitunter gezahlt werden soll: Striptease auf dem iPhone.
- Zum Advent: Czyslanskys Widerrede gegen Schirrmacher
Interessant ist die Sache im Kontext. Er führt zu den letzten Meilen auf diesem Highway:
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Das World-Wide-Web wird schrittweise von den Eliten – aus Unkenntnis, Gier, aber auch purer Absicht – zu Nationwide Webs umfunktioniert.
Das tragische Element ist noch, dass viele es nicht einmal merken oder gar als Einschränkung empfinden werden: Wie lebt es sich in einem Land mit Zensur? Ein Bericht aus Vietnam.
Momentan fährt diese europäische Gesellschaft mit Vollgas ihre freien Bürgerrechte am digitalen Highway zur Hölle!
Manche singen auch noch fröhlich headbangend dazu: Im on my way to the promised land, Im on the highway to hell, on the highway to hell …
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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 7. Januar 2010 auf Relevanz geprüft.
- Datum:
- veröffentlicht am 08 Januar 2010, 01:40 MET.
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- Dezember 2009 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
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- barrierearm, CSS, Gesellschaft, Medien
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