Bullshit 2.0 - Vorwärts in die Vergangenheit

Montag, 02 Juli 2007 22:57 MET

Thema:
Webgestaltung, Kommunikation  
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Exkremente eines Bullen
Bullshit 2.0 - Vorwärts in die Vergangenheit [hyperkontext | Weblog]

Das erschütternde Resultat einer Befragung von Fachkräften zeigt auf, dass zwei Drittel noch immer Tabellen zum Layout von Websites verwenden und CSS (Cascading Style Sheets) nicht benutzen.

Bisherige Relaunches 2007 von einigen Zeitungen und Unternehmen lassen jegliches Verständnis für moderne Webgestaltung vermissen und eine Herde von Schafen blökt den Web 2.0 Kanon.

Weinen, verzweifeln oder lachen?

Abschnitte

  1. Bullshit 2.1 – CSS … äh … also wie jetzt? Wir reden doch jetzt über Web-Design
  2. Bullshit 2.2 – Seitenausgabe ist Kinderkram und wird automatisiert
  3. Bullshit 2.3 – Web 2.0 klingt gut, da sind wir dabei

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Bullshit 2.3

Web 2.0 klingt gut, da sind wir dabei

Was machen diese Leute eigentlich beruflich und warum fragen sie nicht mal jemanden, der Ahnung hat? Jens Grochtdreis 7

Der WYSIWYG-Editor von 1999 ist gut genug für Seitenerstellung

Auf  Web 0.5-Seiten (Formulierung von Jens Grochtdreis), wird hier (nicht mehr erreichbar) eine Initiative für Web 2.0-Gründer angeboten.

Im Ganzen wirkt das so deplatziert, als wenn Nordkorea den Tag der Menschenrechte zu einem nationalen Feiertag machen würde.

Aus Gallery wird dann auch mal Gallerie, aus präsent present.

Deutsche Sprache ist egal

Gespickt mit unsagbaren Rechtschreibfehlern wird Meier von einem (nicht gerade kleinen) Webhoster versprochen, aus seiner Homepage ein Web 2.0-Portal machen zu können. Link zur Firma gibt es keinen, da ich mir wegen solchem Schwachsinn keine Recht(fertigung)sbriefe einfangen will. Googeln Sie mal nach ohne Programmierkenntnisse Web 2.0 – mit Anführungszeichen natürlich und Kenntnisse bitte mit einem s.

Von welcher Firma lassen Sie denn Ihr Blog schreiben?

Hast du keinen Inhalt?

Macht nichts. Dafür gibt es ForumStars.com. Jetzt mit neuen exklusiven Content-Paketen auch für Blogbetreiber. Von nichts kommt eben nichts. Und deswegen machen diese Leute für dich den Inhalt und Kommentare auch gleich dazu. Klar, wir leben ja in einer Dienstleistungsgesellschaft. Service 2.0!

Plugins sind cool

Jawohl, wir gehen bewegten Zeiten entgegen, denn das Bewegtbild ist die letzte Killer-Applikation im Web. Wenn ich mir die Site von der Agentur die das verkündet ansehe, kann ich nur mehr sagen: Plugin reloaded, Web 1.0 extended!

Auch Kinofilme brauchen jetzt eine Versionsbezeichnung

mit Punkt: Stirb langsam 4.0. Wenn ich mir ausmale was im Fernsehen 2.0 alles umbenannt und neu gemacht werden könnte? Der Alte 2.0, Traumschiff 2.0, Angriff der Killertomaten 2.0, Dallas 2.0

Das alles hatten wir schon einmal

Damals hieß es New Economy und alles fing mit My … an. Es beginnt wie ein Krebsgeschwür und ist langsam unübersehbar: Plumpe Geschäftemacher springen auf den Zug auf und ziehen die klassischen Medien wie eine Herde Schafe hinter sich her.

  • Wie lange wird es wohl dauern, bis uns Aktien auf das ultimative Web 2.0-Portal angeboten werden?
  • Wann wird der erste Kunde sagen: Ich will meine Homepage auf 2.0 upgraden?
  • Mit unserem Programm erstellen Sie Web 2.0-Seiten in nur fünf Minuten! Ich will gar nicht danach googeln – ich wette, diesen Werbespruch gibt es schon.
  • Web 2.0 Startup sucht Mitarbeiter 2.0. Ob ich meine Zeugnisse dann noch auf 2.0 upgraden lassen kann?
  • Web 2.0 – auch Hunde machen mit! Welches Boulevard-Magazin wird diese Schlagzeile zuerst schreiben?

Um wieder auf meinen Zimmermann zu kommen:

Geschäftemacher und Medien reden Leuten zunehmend ein, dass sie

  1. ein Haus (2.0) haben müssen und
  2. dafür weder Architekt noch Zimmermann brauchen und
  3. die Fertigteile dafür selbst zusammenstöpseln können

Auf freien Märkten gibt es eben alles zu kaufen

Das ist gut so und jeder muss selbst entscheiden. Sehr alarmierend – um nicht zu sagen katastrophal – ist allerdings die Tatsache, dass es jede Menge Zimmerleute (= Web-Gestalter, -Entwickler) da draußen gibt, die nie einen Hobel (= Cascading Style Sheets) benutzen. Traurig daran ist nur, dass derjenige Zimmermann, der auch mit dem Hobel umgehen kann, bis zum Ende der Komödie 2.0 wahrscheinlich arbeitslos ist.

Manches lässt sich eben ganz intuitiv benutzen, auch ohne dass man genau weiß, wie es eigentlich heißt. Und gerade das ist ja eben auch die Stärke dessen, was O´Reilly irgendwann mal eher flapsig Web 2.0 getauft hat: Es funktioniert auch, wenn ich es Klickdingsbums nenne. Marco Kitzmann 8

Wenn Marketing-Fuzzis – und im Schlepptau die traditionellen Medien – auf den Zug aufspringen, heißt es eben nicht mehr Klickdingsbums. Da heißt das Klickdingsbums dann Web 2.0.

Wollen Sie mit mir wetten, welches Klickdingsbums schneller die nächste Versionsnummer erreicht?

Bullshit 3.0 oder Web 3.0? Sie können meinen Tipp erahnen.

Für mich bleibt es ganz einfach das Klickdingsbums – ohne Versionsbezeichnung.

Abschnitte dieses Artikels:

  1. Bullshit 2.1 – CSS … äh … also wie jetzt? Wir reden doch jetzt über Web-Design
  2. Bullshit 2.2 – Seitenausgabe ist Kinderkram und wird automatisiert
  3. Bullshit 2.3 – Web 2.0 klingt gut, da sind wir dabei

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Abschnitt 3 von 3
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Quellenverzeichnis

  1. So How Do We Fix the Web, Really?
  2. Der neue Tagesspiegel ist eine Frechheit
  3. Zurück zu den Anfängen: der Relaunch von Toom
  4. Viermal Relaunch und Code aus der Vergangenheit
  5. You Are Not a Robot (Jonathan Kahn)
  6. Welches Webdesignderl hätten’s denn gern?
  7. Web 2.0-Initiative - ganz wie Web 0.5
  8. Heidelberger, Engländer und das Klickdingsbums

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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 20. September 2007 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 02 Juli 2007, 22:57 MET.
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