Bullshit 2.0 - Vorwärts in die Vergangenheit

Montag, 02 Juli 2007 22:57 MET

Thema:
Webgestaltung, Kommunikation  
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Exkremente eines Bullen
Bullshit 2.0 - Vorwärts in die Vergangenheit [hyperkontext | Weblog]

Das erschütternde Resultat einer Befragung von Fachkräften zeigt auf, dass zwei Drittel noch immer Tabellen zum Layout von Websites verwenden und CSS (Cascading Style Sheets) nicht benutzen.

Bisherige Relaunches 2007 von einigen Zeitungen und Unternehmen lassen jegliches Verständnis für moderne Webgestaltung vermissen und eine Herde von Schafen blökt den Web 2.0 Kanon.

Weinen, verzweifeln oder lachen?

Abschnitte

  1. Bullshit 2.1 – CSS … äh … also wie jetzt? Wir reden doch jetzt über Web-Design
  2. Bullshit 2.2 – Seitenausgabe ist Kinderkram und wird automatisiert
  3. Bullshit 2.3 – Web 2.0 klingt gut, da sind wir dabei

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Bullshit 2.1

CSS … äh … also wie jetzt? Wir reden doch jetzt über Web-Design

Genau. Und weil wir über Erstellung von Websites reden, reden wir eben auch über CSS (Cascading Style Sheets).

Wenn ich mich mit einem Zimmermann unterhalte, dann wird der doch sicher einen Hobel kennen. Oder wie sehen Sie das?

Molly E. Holzschlag wurde im Zuge einer Vortragsreihe durch Europa mit diesem CSS … äh … also wie jetzt?, offenbar in so erschreckender Art konfrontiert, dass sie sich kurzerhand entschloss, ein Jahr lang kostenlose Kurse in Webgestaltung mit Webstandards für Lehrende anzubieten. Leider nur in den USA. Eric Eggert hat aber sofort reagiert und bietet solche Kurse dankenswerter Weise auch in Deutschland an und – da er ja momentan in Wien lebt – wahrscheinlich auch eben dort.

Im Klartext: Ich bin erschüttert

Frau Holzschlag hat in diversen Vorträgen in Europa 1 über Browser, Webstandards und CSS, namentlich in Budapest, Zürich und Amsterdam, für Webgestalter und -programmierer eine kleine – und natürlich nicht repräsentative – Umfrage veranstaltet.

Das sind alarmierende und erschreckende Daten!

Budapest, rund 200 Anwesende:

  • 90% arbeiten mit (X)HTML ((Extensible) Hypertext Markup Language) seit fünf Jahren oder länger
  • 15% arbeiten mit CSS seit drei Jahren oder länger
  • 75% verwenden noch immer Tabellen für das Layout
  • 2% wissen, was DOCTYPE switch ist
  • Für Zugänglichkeit (Accessibility) im Web zeigte keiner Interesse oder misst dem Bedeutung zu

Amsterdam, rund 200 Anwesende:

  • 90% arbeiten mit (X)HTML seit fünf Jahren oder länger
  • 45% arbeiten mit CSS seit drei Jahren oder länger
  • 65% verwenden noch immer Tabellen für das Layout
  • 10% wissen, was DOCTYPE switch ist
  • Für Zugänglichkeit (Accessibility) im Web zeigte keiner Interesse oder misst dem Bedeutung zu

Zürich, 50–75 Anwesende aus der Schweiz und Deutschland:

  • 90% arbeiten mit (X)HTML seit fünf Jahren oder länger
  • 10% arbeiten mit CSS seit drei Jahren oder länger
  • 98% verwenden noch immer Tabellen für das Layout
  • 2 Leute wussten etwas über DOCTYPE switch
  • Für Zugänglichkeit (Accessibility) im Web zeigte 1 Person Interesse – weil seine Mutter behindert ist – oder misst dem Bedeutung zu.

Quelle dieser Daten 1

Um beim obigen Beispiel mit dem Zimmermann zu bleiben:

Was würden Sie vom Berufsstand der Zimmerleute halten, wenn nur ein Bruchteil von denen schon mal einen Hobel gesehen hat?

Kostenlose Kurse – aus Verzweiflung

Was ich an US-Amerikanern – und in diesem Fall an Frau Holzschlag – wirklich bewundere, ist die Entschlossenheit nicht aufzugeben, sondern nun mit besonderem Elan an die Sache ranzugehen.

Statt das Handtuch zu werfen, sagt sie (Mrs. Holzschlag) ganz einfach: Okay, dann biete ich kostenlose Kurse an, wie heute Websites gemacht werden.

Meine Hochachtung! (Auch an Eric Eggert, der dies für den deutschen Sprachraum anbietet.)

Vielleicht ist es aber doch schon so etwas wie eine verzweifelte masochistische Schockreaktion. Denn jetzt mal ehrlich:

  1. Wie die Praxis zeigt, wird moderne Webgestaltung nicht wirklich ernst genommen.
  2. Die Leute arbeiten in der Regel zu einem Bruchteil des Lohnes der IT, Werbe- und Grafikbranche.
  3. Oft vegetieren sie mehr schlecht als recht als Freelancer dahin.
  4. Sie müssen sich ziemlich oft über realitätsfremde Vorgaben ärgern und
  5. Einwände, Vorschläge ihrerseits, werden mit Handwink weggewischt.

Und jetzt wollen so manche dann noch Angestellten von Firmen, deren Entscheider sich bis dato einen Dreck um standardkonforme Websites kümmern, kostenlose Kurse geben?

Das Gegenargument verstehe ich natürlich auch: Die Hoffnung, dass das Verständnis dafür steigt und letztendlich die Profession Web-Design als eigenständiger Zweig honoriert wird. Allein mir fehlt der Glaube.

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  1. Bullshit 2.1 – CSS … äh … also wie jetzt? Wir reden doch jetzt über Web-Design
  2. Bullshit 2.2 – Seitenausgabe ist Kinderkram und wird automatisiert
  3. Bullshit 2.3 – Web 2.0 klingt gut, da sind wir dabei

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Abschnitt 1 von 3
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Quellenverzeichnis

  1. So How Do We Fix the Web, Really?
  2. Der neue Tagesspiegel ist eine Frechheit
  3. Zurück zu den Anfängen: der Relaunch von Toom
  4. Viermal Relaunch und Code aus der Vergangenheit
  5. You Are Not a Robot (Jonathan Kahn)
  6. Welches Webdesignderl hätten’s denn gern?
  7. Web 2.0-Initiative - ganz wie Web 0.5
  8. Heidelberger, Engländer und das Klickdingsbums

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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 20. September 2007 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 02 Juli 2007, 22:57 MET.
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