Buchrezension: Fortgeschrittene CSS-Techniken

Montag, 30 März 2009 20:28 MET

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Webgestaltung, Empfehlungen, Bücher  
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Buchrezension: Fortgeschrittene CSS-Techniken [hyperkontext | Weblog]
Bezugnahme 1

CSS ist nicht einfach, beginnen die Autoren Corina Rudel und Ingo Chao die Einleitung, um die Sache sodann programmatisch anzugehen. Sie blicken hinter die Kulissen und listen nicht bloß die gängigen Hürden und Hacks auf.

Das Buch eignet sich weder für unerfahrene Anfänger, noch als entspannende Abendlektüre nach einem anstrengenden Tag. Es ist auch kein simples Nachschlagewerk für Stegreif-Lösungen.

Wer die erste Hälfte durchgearbeitet hat, wird viele auftretende Probleme in Zukunft durchdachter lösen können.
Fazit: Pflichtlektüre für Profis.

CSS ist nicht einfach

Diese Erkenntnis hat leider noch keine Verbreitung gefunden. Hektische Frag Mutti Drüberleser, die mal schnell ein Layout fertig stellen wollen, werden gleich in der Einleitung mit den vier Worten dieser Überschrift begrüßt.

Und allein die Tatsache des Aufzeigens zumeist mehrerer Wege macht klar, dass sich in diesem Werk keine simplen How-to Anleitungen für Anfänger in CSS (Cascading Style Sheets) finden.

Sie werden mit diesem Buch lernen, eigene Lösungen zu finden und wichtige CSS-Techniken sicher anzuwenden. Seite 13

Corina Rudel und Ingo Chao gehen die Sache sodann programmatisch – zielgerichtet – an. Sie blicken hinter die Kulissen und listen nicht bloß die gängigen Hürden und Hacks auf. Sie erklären vielmehr, wie es zu verschiedenen Situationen und Fehlinterpretationen in unterschiedlichen Programmen (Browser) kommen kann. Anschließend werden grundsätzliche Lösungsvarianten diskutiert.

Beispielsweise kann auch die ausführliche Beleuchtung des CSS-Tabellenmodells nur von bereits erfahrenen Entwicklern als Diskussion richtig verstanden werden:

Die Entwicklung wird nicht bei den Float-Layouts enden […] neue Konzepte also, die verstanden werden wollen und in der Praxis sorgfältig ausgetestet werden müssen. Das CSS-Tabellenmodell, Seite 185

Auch ein Fachbuch sollte Dramaturgie aufweisen.

Keine Höhepunkte und nicht mal eine humorvolle Einflechtung lockert diese fundierte Lektüre leidlich auf. Diese Kunst vermisse ich hier.

Im Gegenteil: Mitunter schwierige Formulierungen erinnern stellenweise mehr an ein juristisches Essay.

Meine Stilbeschreibung soll die hervorragende fachliche Aufbereitung allerdings nicht schmälern, denn so viel gebundene CSS-Kompetenz findet sich selten.

Das Buch im Überblick

Geschmackvolle Gestaltung (in Farbe), wichtige Zusammenfassungen einer Seite in der Marginalspalte und eine DVD, mit allen Code-Listings, den verlinkten Quellenangaben und Video-Lektionen, gleichen die fehlende literarische Dramaturgie doch aus.

Das Buch besteht aus knapp über 400 Seiten und ist in drei Haupt­abschnitte gegliedert.

  1. CSS Prinzipien, die nicht selbsterklärend sind

    Ein Alleinstellungsmerkmal – vor allem dieses ersten Abschnittes – ist sicherlich auch, dass deren Inhalte man nicht relativ problemlos auch im Netz recherchieren kann, wie Jens Grochtdreis in seiner Rezension zu diesem Buch festhält.

    Gerade mangelhafte Grundlagenkenntnisse sind oft die Ursache für spätere Probleme, schreibt Björn Seibert über das Buch und diesen Abschnitt, in welchem die Autoren auch noch auf einen weiteren wichtigen Schritt hinweisen, um CSS auch wirklich verstehen zu können:

    Wenn Sie sich als CSS-Autor mit der Spezifikation vertraut machen, wird es Ihnen leichter fallen, das von den Browsern gemäß Spezifikation Erwartete mit dem von Ihnen eigentlich beabsichtigten Verhalten abzugleichen. Seite 26

    Wer diese erste Hälfte des Buches (213 Seiten) durchgearbeitet hat, wird viele auftretende Probleme in Zukunft durchdachter und effizienter lösen können.

  2. Inkonsistenzen in Browsern und die Grundlagen des Debuggings

    Hier werden neben bekannten CSS-Hacks sehr gut einige Werkzeuge und die Handhabung zum Debugging beschrieben. Da unendlich viele Ressourcen im Web hierzu existieren und es auch einige gute Bücher darüber gibt, wurde dieser Teil mit rund 60 Seiten im Verhältnis auch relativ klein gehalten.

  3. Die praktische Umsetzug von komplexen Layouts

    Mit diesem Thema beschäftigen sich wohl alle Bücher über CSS und wahrscheinlich wäre es nur ein halbes Buch geworden, wenn praktische Beispiele fehlen würden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich solch einen Abschnitt nun vermisst hätte oder nicht.

    Ab Seite 279 werden also Navigationen und Darstellungsmethoden – konzentriert auf komplexere Beispiele – gezeigt. Das besondere Merkmal ist vielleicht auch eher die Diskussion über verschiedene Methoden als die Anleitung.

    An dieser Stelle sollte wieder betont werden, dass auch dieser Abschnitt für Anfänger nur sehr bedingt geeignet ist.

    Ein Repertoire unterschiedlicher Vorgehensweisen gibt Ihnen als CSS-Autor die Möglichkeit, auf verschiedene Anforderungen flexibel zu reagieren und die für Sie und den Kunden geeignetste Methode auszuwählen. Seite 381

Fazit: Pflichtlektüre für Profis

Um dieser Lektüre ausdauerndes Interesse und Konzentration entgegen zu bringen, braucht es genügend praktische Erfahrung; schon allein, um die Problemstellungen überhaupt verstehen zu können.

Das Buch eignet sich daher weder für unerfahrene Anfänger, noch als entspannende Abendlektüre nach einem anstrengenden Tag. Es ist aber auch kein simples Nachschlagewerk für Stegreif-Lösungen.

Fortgeschrittene CSS-Techniken bietet exakt das, was der Titel vermuten lässt:

Ein staubtrockenes Fachbuch über ein knochentrockenes Thema, das auch CSS-Spezialisten kein Schmunzeln entlockt. Dafür aber grundsätzliche Lösungsansätze vermittelt, die dem Profi jede Menge Zeit sparen können und so manchen Fehler schon im Ansatz vermeiden lassen.

Abschnitt 1 von 1

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Daten zum Buch

Fortgeschrittene CSS-Techniken
Inklusive CSS-Debugging
ISBN-10:
3836211386
Autor(en):
Ingo Chao, Corina Rudel
Weitere Daten:
Galileo Press, 1. Auflage, August 2008

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Datum:
veröffentlicht am 30 März 2009, 20:28 MET.
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