April 2010 im Kontext

Mittwoch, 05 Mai 2010 16:47 MET

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Foto: Radarschirm
April 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Der optimale Code zum Einbinden von Videos und die barrierefreie Gestaltung von Kalenderfunktionen sind zwei interessante Diskussionen zu diesmal durchmischten Themen zur Webgestaltung.

Viele Führungskräfte sind zu alt für Social Media, behauptet eine Frau Professor. Ich meine: Die Frage ist nicht wie alt eine Führungskraft ist, sondern welchen Grad der Einfältigkeit sie erreicht hat. Einfalt versus soziale Medien.

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  1. Webgestaltung im April 2010
    1. Barrierefrei informieren
    2. Gesammelte Links zu CSS
  2. Einfalt versus soziale Medien
    1. Alter und Einfalt
    2. Management und Unternehmenskultur

Webgestaltung im April 2010

Im Gegensatz zu vielen anderen Monaten, kristallisierte sich für diesen Monatsrückblick kein Fokus heraus, der vermehrt diskutiert wurde. Die Themen sind daher auch sehr gemischt.

Zu Jahresanfang 2010 machte ich nicht zum ersten Mal darauf aufmerksam, dass Blocksatz im Fließtext von Webseiten bestenfalls ein Beitrag zur Textwüste ist. Ich kann daher dem Thomas Scholz nur zustimmen, wenn er im April schrieb, Blocksatz vermeiden.

Matthias Schütz stellte ein selbst entwickeltes Firefox-Addon vor: PixelZoomer: Firefox-Erweiterung für Webentwickler. Weiters machte sich der Mann lesenswerte Gedanken über Flash, JavaScript und HTML5: Gegenwart und Zukunft.

Im März beschäftigten sich einige mit der Frage, ob Webdesigner HTML/CSS können sollten. Ich finde die Diskussion dermaßen grotesk, dass ich sie nicht einmal erwähnte.

Alp Uçkan schrieb Anfang April dann einen Beitrag dazu, der einiges auf den Punkt bringt: Sie sollten schon … andernfalls wäre es eine riesige Hirnverschwendung – und außerdem:

wer sagt, dass Screendesign (am Grafikprogramm) ein notwendiger Schritt im Produktionsprozess ist? Sollten (Web-)Designer HTML und CSS können?

Solche Leute – ich kann sie nun mal nicht Webdesigner nennen – die kein HTML und CSS beherrschen, werden auch nicht verstehen, dass standard­konformes Einbinden von Videos in der Praxis keine so einfache Sache ist, wie es ihnen vielleicht scheinen mag.

Einbinden von Videos.

Gerrit van Aaken aktualisierte im April 2010 seinen Artikel aus 2008 – Der heilige Gral des Webvideo, wo er einen Lösungsansatz mit Fallback vorstellt.

Fritz Weisshart beschäftigte sich mit dem Ansatz von Gerrit eingehender und muss leider feststellen, dass der aktuelle Stand zwar technisch hochinteressant, aber eben doch noch nicht ganz reif ist für die freie Wildbahn: Videos im Web - Stand 2010.

Aus Sicht der Zugänglichkeit stimme ich den Einwänden von Fritz zu: Vom »Gral« sind wir noch weit entfernt.

Barrierefrei informieren

Äußerst selten stoße ich im Web auf Kalender, deren Bedienung durchdacht und für alle zugänglich ist. Spätestens ohne Javascript endet meist der Zugang überhaupt.

Einen hervorragenden Beitrag mit Beispielen finden wir nun bei BIK über zugängliche Gestaltung von Kalenderfunktionen.

Am 24. Accessibility-Stammtisch in Wien stellte Wolfram Huber von web-tech coaching die Idee einer Plattform zu Fragen der Barrierefreiheit vor, auf der alle zur Mitarbeit eingeladen sind. Die technische Basis als Prototyp gibt es auch schon auf accessibility.at.

Die Sache ist erstmal eine Art Brainstorming und bedarf noch weiterer eingehender Diskussionen. Natürlich ist jede Initiative in der Richtung unterstützenswert und ich signalisierte daher auch meine prinzipielle Bereitschaft zur Mitarbeit.

Gesammelte Links zu CSS

Einfalt versus soziale Medien

Manager-Karlis arbeiten sich in der Regel an Meeting-Aktionismus und Power-Point-Bullshit-Bingo ab. Alles andere erscheint denen wie Zeitverschwendung.

Der »Netzökonom« Holger Schmidt hat im Zusammenhang mit einer Cisco-Studie eine Frau Professor Sandra Sieber interviewt, die paar interessante Ansagen tätigt. Unter anderem meint sie:

Soziale Medien werden aber nicht wegen, sondern trotz des Managements eingesetzt. »Viele Führungskräfte sind zu alt für Social Media«

Klingt zwar provokant, aber die Ansagen finde ich in zweierlei Hinsicht falsch:

1) Alter und Einfalt

Die Frage ist nicht wie alt die Führungskraft ist, sondern welchen Grad der Einfältigkeit sie erreicht hat. Dieser Grad kann durchaus schon in jungen Jahren auf ein kritisches Niveau gesunken oder – schlimmer – noch gar nicht überschritten worden sein: Führungskompetenz in der Netzwerkökonomie [Perspektive Blau].

In Anlehnung an das Peter-Prinzip und einer sarkastischen Auslegung lässt es sich auch so formulieren:
In vielen Organisationen bedarf es einer gewissen Einfältigkeit, um überhaupt Führungskraft zu sein.

Solcherart Einfaltspinsel, ob nun alt oder jung, muss denn auch immer wieder vorgetragen werden, dass Web 2.0 keine Zeitverschwendung ist und großen Nutzen für Mitarbeiter haben kann.

2) Management und Unternehmenskultur

Letztendlich windet sich jedes Argument und jede Erläuterung zum Thema Enterprise 2.0 durch den Flaschenhals »Unternehmenskultur«.

Ich tendiere mittlerweile mehr zu der Ansage, dass Unternehmenskultur keine schwammige Momentaufnahme ist und definitiv von Führungskräften geprägt und bestimmt wird. Folgernd aus Punkt 1, diese »Kultur« daher mehrheitlich archaisch geprägt ist.

In den meisten Fällen wird Social-Web nur über einen starken Top-Down Ansatz erfolgreich werden. Das romantische Graswurzelkonzept wird da ganz selten zu weiterer Ausbreitung führen.

Mit Top-Down meine ich aber nicht eine Befehlskette, sondern zuerst Führungskräfte und Manager diese Arbeitsweisen verinnerlichen und als Vorbild agieren müssen.

Dabei erscheint äußerst fraglich, ob die breite Masse der Unternehmen diesen Wandel auf absehbare Zeit meistern kann und will. Social-Media – Chancen und Wandel für die Unternehmenskommunikation

Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass nicht Einfalt und Mob das Unternehmen regiert, dann empfehlen sich aus dem April 2010 einige Artikel zu Organisation und Werkzeugen:

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Externe Verweise dieses Artikels wurden zuletzt am 5. Mai 2010 auf Relevanz geprüft.

Datum:
veröffentlicht am 05 Mai 2010, 16:47 MET.
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April 2010 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
Kurz-URL:
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