April 2009 im Kontext

Donnerstag, 07 Mai 2009 15:47 MET

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Foto: Radarschirm
April 2009 im Kontext [hyperkontext | Weblog]

Barrierefreiheit und Web-Accessibility nimmt schnell Gestalt an, wenn ein Formular gestürmt wird und von allen benutzt werden muss. So geschehen beim Online-Formular für die Abwrackprämie in Deutschland. Ein paar Tipps und drei informative Beiträge zu Typografie fand ich auch noch zu Webgestaltung im April.

Vielleicht lässt sich ja mal eine Kennzahl rechnen, die den Zusammenhang der Anzahl von Internet-Ausdrucker einer Organisation und den Grad der bürokratischen Einfältigkeit darstellt.

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  1. Webgestaltung im April
  2. Internet-Ausdrucker
  3. Sonstiges aus dem April 2009

Webgestaltung im April

Auf quirksmode.org wurden die Kompatibilitätstabellen für mobile Geräte aktualisiert: Mobile compatibility tables und speziell die Tabelle CSS contents and browser compatibility - mobile.

Zeichenkodierung kann Probleme machen. Kennen Sie BOM? Thomas Scholz erklärt, wie wir ein gesetztes Byte Order Mark gegebenenfalls auch wieder los werden: BOM entfernen.

Probleme machen manchmal auch Module in einem CMS, welche ungefragt eigene Farben oder Schriftgrößen via CSS in ein durchdachtes Konzept einschleusen. Reinhold Weber hat sich darüber offenbar schon so oft geärgert, dass er sich dafür ein ganz einfaches Snippet zum Überschreiben unheilvoller extern eingebundener Stile schrieb:
div[style]{ color: inherit !important; font-size: inherit !important; }

(X)HTML ((eXtensible) HyperText Markup Language)

Angie Radtke hat im April mal ein bisschen mit HTML5 rumgespielt, eine (öffentliche) Testseite damit erstellt und die Erfahrungen beschrieben: HTML5 erste Versuche (via Access4all Blog).

Durch HTML5 entfacht offenbar plötzlich wieder eine Debatte HTML versus XHTML. Ist zwar interessant zu lesen, mir aber letztendlich zu theoretisch und kaum praxisrelevant. Deswegen kommentarlos die Verweise dazu:

Barrierefreiheit, Web-Accessibility

Barrierefreie Zugäng­lich­keit nimmt schnell Gestalt an, wenn ein Formular gestürmt wird und von allen benutzt werden muss.

Sehgeschädigte kritisieren Online-Antrag für Umweltprämie – Plötzlich wird im Web hektisch nach Lösungen gesucht, die so mancher Entwickler jahrelang ignorierte oder vor sich her schob.

Introduction to How People with Disabilities Use the Web [WAI (Web Accessibility Initiative)] ist ein erster Schritt zu verstehen, wie Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen eine Website benutzen können. Wir können aber einfach auch mal nur die Maus ausstecken und versuchen mit der Tastatur zurecht zu kommen.

Das kann schon sehr lehrreich sein: Making accessibility more real [Roger Johansson]. Auch ich habe vor längerer Zeit mal darüber geschrieben: Zugänglichkeit von Websites mit Empathie testen.

Mangelnde Zugänglichkeit ist auch der Grund, warum blinde Menschen die typischen Diskussions­foren nicht gerne verwenden: Why are web forums so unpopular with the blindness community? [Marco Zehe].

WebAIM hat seine umfangreiche Liste von Blogs, die sich mit Accessibility beschäftigen, im April 2009 aktualisiert.

Und noch über Typografie

Internet-Ausdrucker

Manche glauben ja, das Social-Web – ich meine bewusst nicht die technische Dimension – hält schon Einzug in die Mitte der Gesellschaft. Dem ist leider noch lange nicht so. Vor allem nicht bei denen, die sich gerne als Lenker sehen. Die sind bestenfalls damit beschäftigt, adaptierte Regeln für Klassifizierung, Handhabung und Archivierung von E-Mails zur Dokumentenlenkung zu erfinden und der Sekretärin das neue Regal für E-Mail- und Internet-Ordner zu budgetieren.

An den Rand des Wahnsinns bringt solche Entscheider nämlich die Vorstellung, von ihnen Geschriebenes (oder besser: Geschrieben­lassenes) könnte gelöscht werden oder verschwinden, wenn sie es nicht als toten Baum in Händen halten und verwalten dürfen.

Restlos überfordert werden solche Leute mit der Funktionsweise eines Wikis. Die reflexhaften, stereoptypen Argumente dagegen, finden sich im Seibert Media Weblog schon dokumentiert:

  • Warum sollen wir stattdessen keine E-Mails nutzen?
  • Wir haben doch schon ein Dokumentenmanagement-System im Intranet!
  • Mein Wissen ist wertvoll, das mache ich nicht allen zugänglich!
  • Unbefugte werden auf das Wiki zugreifen können!

Wikiphobie: Der Umgang mit Wiki-Zweiflern

Der Ordnungs- und Holz-Fetisch hat aber in weiterer Folge noch ganz andere Auswirkungen. Es entsteht ein Tunnelblick, der die sich – über die bürokratische Handhabe hinaus – eröffnenden Möglichkeiten verkommen lässt.

Konsequenterweise werden immer mehr junge und/oder anspruchsvolle Menschen bei der Wahl ihres Arbeitsplatzes ganz bewusst solche Internet-Ausdrucker meiden, wie Oscar Berg schreibt:

You should not need a business case to explain and make people in management positions understand that. If you do, then you are probably talking to the wrong person or company. Organizations don’t need experts, they need mentors

Vielleicht lässt sich mal eine Kennzahl rechnen, die den Zusammenhang der Anzahl von Internet-Ausdrucker einer Organisation und den Grad der bürokratischen Einfältigkeit darstellt.

Ross Dawson kommentiert eine Studie, die als Antwort auf zunehmende Komplexität die heterarchische Organi­sations­form als logisch und evolutionär sieht: An Argument for Heterarchy: creating more effective organizational structures.

Ross Dawson hatte im April 2009 übrigens gleich noch einen interessanten Beitrag geschrieben, der sich mit Veränderungen in einer Organisation beschäftigt: 10 DOs and DONTs of organizational change.

Dabei ist mir ein Mythos bei den Dingen, die vermieden werden sollten, besonders aufgefallen, der im Kontext mit Webanwendungen in Organisationen fast ständig vorkommt und ein Relikt aus den 80er und 90er Jahren zu sein scheint:

Zu glauben, mit der Installation einer Webanwendung sei der Vorgang einer Innovation abgeschlossen und ab nun wird nur mehr auf den auszurechnenden ROI (Return on Investment) gestarrt.

Björn Seibert hat diesen Mythos am Beispiel einer Unternehmens-Website gut beschrieben: Es gibt keine automatische Hohmpäidsch.

Sonstiges aus dem April 2009

Ankündigung:
Der Abschnitt über die in Deutschland im Moment leidenschaftlich diskutierten Netzsperren der Zensursula wurde so umfangreich, dass ich ihn aus diesem Monatsrückblick rausnahm.
Voraussichtlich am kommenden Montag, den 11. Mai, wird daher ein tiefer recherchierter Beitrag zu diesem Thema hier bei hyperkontext erscheinen.

Von Pädo- und Kasperkriminellen der Leyen vom 11. Mai 2009

Abschnitt 1 von 1

Datum:
veröffentlicht am 07 Mai 2009, 15:47 MET.
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April 2009 im Kontext [hyperkontext | Weblog]
Kurz-URL:
http://hyperkontext.at/s/204
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