49 Argumente gegen Intranet 2.0

Dienstag, 18 September 2007 02:15 MET

Thema:
Kommunikation  
Stichworte:
, ,  
 
49 Argumente gegen Intranet 2.0 [hyperkontext | Weblog]
Bezugnahme 1

Manchmal sind Argumente gegen Verwendung von sozialen Web-Techniken im internen Bereich von Organisationen so haarsträubend, dass ich hier eine kleine Auswahl aus Diskussionen, mitgehörten Gesprächen und Lektüren zusammengestellt habe.

Frei zusammengestellt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Vorgetragen von Internet-Analphabeten und Büro-Surfern, in der Eigenschaft als Entscheider, Mitarbeiter, Journalist oder PR-Berater.

Manche Argumente, die mit vorgehaltener Hand gezwinkert werden, bieten auch einen Blick auf miserabelste personelle Zustände in Unternehmen (zum Beispiel Punkt 11).

  1. Ja, wir haben ein Intranet. Die Version habe ich noch nie nachgesehen.
  2. Wir wissen nicht [und wollen nicht wissen], was kollaborative Web-Komponenten sind.
  3. Wir haben gerade die Organisationsstruktur angepasst und die Prozesse optimiert.
  4. Unsere Kommunikationswege sind klar und deutlich geregelt.
  5. Unsere AbteilungsleiterInnen haben untereinander bestes Einvernehmen.
  6. Unsere Firmenleitung will unkoordinierte Gespräche vermeiden.
  7. Unsere interne Kommunikation funktioniert seit 30 Jahren sehr gut.
  8. Ein Dokumentenlenkungs- und Archivierungssystem ist in Arbeit.
  9. Das Intranet und die Software wird von der IT-Abteilung sehr gut verwaltet. Updates werden nach deren Maßgabe eingespielt.
  10. Unsere Mitarbeiter haben alle ihre Aufgaben. Mit notwendigen Informationen werden sie gemäß der Prozesse versorgt.
  11. Wir [die Mitarbeiter] bemühen uns ständig, uns so wenig als möglich zu engagieren, nicht aufzufallen und Arbeit über den ganzen Tag zu verteilen. Solche Werkzeuge sind demnach kontraproduktiv.
  12. Die meisten von uns sind weder am Produkt, noch am Unternehmen sonderlich interessiert.
  13. Wir machen nur unsere Arbeit, alles andere interessiert nicht.
  14. Einer muss anschaffen, das war schon immer so. Wozu dann solch ein Kram?
  15. Unsere Führungskräfte interessieren sich nicht für die Meinung der Kunden und Mitarbeiter. Die durchschnittliche Verweildauer von fünf Jahren sinkt weiter.
  16. Führungskräfte sind meist nur mit sich selbst und der Absicherung ihrer Position beschäftigt.
  17. Unsere Führungskräfte geben dem CEO immer Recht.
  18. Unsere MitarbeiterInnen geben der Führungskraft immer Recht.
  19. Was soll da herauskommen, wenn der Portier dann Einträge in ein Wiki macht?
  20. Unsere Organisation ist mit sich selbst beschäftigt und braucht keine neuen Ideen.
  21. Unser Unternehmen hat pflichtbewusste, loyale und pünktliche Mitarbeiter. Andere Eigenschaften zählen in unserer Branche nicht.
  22. Wir haben ein schwarzes Brett im Eingangsbereich.
  23. Unser Unternehmen bringt eine vierteljährliche Mitarbeiterzeitung heraus, die über die wichtigsten Vorgänge informiert. Manchmal schreibt sogar unser Vorstand einen Artikel dort.
  24. Unsere Führungskräfte und die Personalabteilung veranstalten oft Workshops zur Mitarbeitermotivation.
  25. In dringenden Fällen werden MitarbeiterInnen per E-Mail-Verteiler informiert.
  26. Es existiert bereits ein Verzeichnis, wo sich betriebswichtige Unterlagen befinden. Mitarbeiter können nach schriftlicher Bewilligung selbstverständlich auch in abteilungsfremde Handbücher Einsicht nehmen.
  27. Manche Abteilungen haben auch einen Newsletter. Viele sogar per E-Mail.
  28. Die Fäden für Information und Wissen laufen bei Führungskräften zusammen.
  29. Für Informationsverteilung und Gesprächstermine innerhalb der Abteilung sind nur die Führungskräfte zuständig.
  30. Unsere IT-Abteilung sagt, dass im Moment keine neue Software notwendig ist.
  31. Unsere IT-Abteilung sagt, dass es da Probleme mit der Sicherheit gibt.
  32. Das Intranet wird dann zum Kaffeetratsch und einer Tauschbörse für privaten Kram.
  33. Mitarbeiter schreiben nur sinnloses oder unbrauchbares Zeugs in ein Weblog oder Wiki. Die eigentliche Arbeit bleibt auf der Strecke.
  34. Prozesse geraten durcheinander und blinder Aktionismus von MitarbeiterInnen greift dann um sich.
  35. Mitarbeiter mischen sich dann in Dinge ein, die sie gar nichts angehen.
  36. Umsatz- und Gewinnsteigerungen der letzten Jahre sind im Plan. Ein Zeichen, dass alles gut läuft.
  37. Umsatz- und Gewinnentwicklung ist nicht optimal und dies muss zuerst verbessert werden, bevor an solche Experimente gedacht werden kann.
  38. Unsere Firma ist bekannt dafür, nicht jede Mode blindlings umzusetzen.
  39. Nur das Management erteilt Lizenzen zur selbstständigen Meinung.
  40. Jeder hat Telefon und E-Mail bei uns.
  41. Unsere Organisation ist jetzt schon mit E-Mails überfordert. Wir arbeiten gerade an einer Policy, um das Problem in den Griff zu bekommen.
  42. Wir machen sowieso jährliche interne Mitarbeiter-Umfragen.
  43. Vom Betriebsrat oder der Gewerkschaft kam bis jetzt noch keine Forderung dafür.
  44. Wir haben ein geregeltes Ideen-Management und Vorschlagswesen, an dem sich alle beteiligen können.
  45. Unsere Unternehmensberatung sieht auch keine Notwendigkeit von neuer Software.
  46. Unser Unternehmen hat ein eindeutiges Mission-Statement und Leitbild verfasst und veröffentlicht, in dem wir ganz klar unsere Stakeholder in den Mittelpunkt stellen.
  47. Das brauchen wir nicht, weil wir im Verwaltungsbereich tätig sind.
  48. Durch noch mehr Informationsüberflutung sinkt die Aufmerksamkeit und Konzentration von Mitarbeitern.
  49. Wozu soll ich so ein Weblog brauchen? Da kann ich doch auch eine E-Mail schicken oder gleich zum Telefon greifen.

Ein Argument für einen neuen Weg

  1. Ihre Organisation legt Wert auf die innovative Kraft ihrer Mitarbeiter, Kunden und Eigentümer. Alle sind ständig bemüht zuzuhören, ihre Potentiale voll zu entfalten und am richtigen Platz einzusetzen.
Abschnitt 1 von 1

Datum:
veröffentlicht am 18 September 2007, 02:15 MET.
Artikel:
49 Argumente gegen Intranet 2.0 [hyperkontext | Weblog]
(twittern)
Kurz-URL:
http://hyperkontext.at/s/84
Thema:
Kommunikation 
Stichworte:
, ,  
Reaktionen:
Bezugnahme 1

externe Bezugnahmen (1) ansehen

Dieser Artikel bezieht sich intern auf frühere Einträge:

Dieser Eintrag kann nicht mehr kommentiert werden.

Mögliche themenverwandte Artikel aus dem Weblog

Blättern (chronologisch)

älterer Artikel »
Intranet als strategischer Zündstoff