Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
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Kurzbeschreibung von hyperkontext
Respekt im Zeitalter der Ungleichheit
Nach dem dritten von mir gelesenen Buch von Richard Sennett (siehe Handwerk, Die Kultur des neuen Kapitalismus), bin ich erneut vollauf beeindruckt.
Der Soziologe und Autor beweist in jedem seiner Bücher ein scharfsinniges Gespür für Entwicklungen, Abhängigkeiten und Folgen menschlicher Interaktionen. Nicht zuletzt, weil Sennett als Sohn russischer US-Einwanderer selbst in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Genau auf diese Erlebnisse baut er das vorliegende Buch auf, welches sich hauptsächlich mit Sozialarbeit für benachteiligte Menschen beschäftigt.
Seine eigenen Erfahrungen dienen hier als Reflexionsgrundlage. Das Werk stammt bereits aus dem Jahr 2002, in deutscher Übersetzung 2004.
Sehr interessant finde ich die Vergleiche unterschiedlicher Motivationen der Sozialarbeit, die sich an verschiedenen Stellen des Buches finden. Denn nicht jede Motivation, sowohl persönliche als auch institutionelle, entspringt der Einstellung, Schwache mit Respekt zu behandeln. Insbesondere an Hand der Vor- und Nachteile institutioneller Freiwilligenarbeit versus staatlicher Einrichtungen zeigt der Buchautor problematische Entwicklungen durch Weltanschauung, persönlichen Narzissmus oder Bürokratie.
Sennett schließt sein Werk mit folgendem Satz (Seite 317/318):
Der Kern des Problems, vor dem wir in der Gesellschaft und insbesondere im Sozialstaat stehen, liegt in der Frage, wie der Starke jenen Menschen mit Respekt begegnen kann, die dazu verurteilt sind, schwach zu bleiben.
Dieser Satz bringt es zwar auf den Punkt, die 317 Seiten (Taschenbuchformat) davor erfahren wir allerdings, was Respekt eigentlich ist. Deswegen empfehle ich dieses Buch von der ersten bis zu letzten Seite.
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