Der Informationscrash

Wie wir systematisch für dumm verkauft werden

dieses Buch
Der Informationscrash [hyperkontext | Leseliste]
Autor(en):
Max Otte
ISBN-10:
3430200784
Weitere Daten:
Verlag Econ, Oktober 2009
eingetragen am 28. März 2010

Kurzbeschreibung von hyperkontext

Der Informationscrash - Wie wir systematisch für dumm verkauft werden

Es geht gerade munter zurück ins Mittelalter, zu einer feudalen Lehnswirtschaft (Seite 263). Konzerne sind die Lehnsherren, die sich mit anderen Großinvestoren um Gebiete und Anteile bekriegen. Die Bürger sind in jedem Fall die auszubeutende, getäuschte und manipulierbare Masse. So ähnlich lässt sich die Quintessenz des Inhaltes vortragen.

Die meisten der knapp 300 Seiten füllte Buchautor Max Otte mit endlosen Aufzählungen, wie wir durch Desinformation täglich manipuliert werden und dann … kommt nur mehr wenig.

Beim Thema Web wird es zusätzlich noch extrem oberflächlich. Ohne den Gegenbeweis anzutreten, warum beispielsweise ein abgeschlossenes gedrucktes Werk mehr Wissen und Information bieten sollte, als ein digitales, das permanenten Änderungen unterworfen ist, wirft der Autor mit tendenziösen Bezeichnungen – wie zum Beispiel Wikisierung der Medien (Seite 242) – und Desinformation um sich. Der erwähnte gleichzeitige Fluch und Segen des Internets (Seite 239) beschränkt sich auf das Gefluche.

Auf den wenigen restlichen Seiten sympathisiert der Autor mit dem Ordoliberalismus a la Alexander Rüstow, kritisiert die totale Marktgläubigkeit (Neoliberalismus) und fordert einen starken Staat.

Mit der Intention des Buches gehe ich konform. Aufbereitung und Tiefe – vor allem auch in Bezug auf das Internet – ist mir aber einfach zu platt.

Anders gesagt:

  • Unbedarfte Menschen könnten mit dem Buch – so diese es lesen würden – durchaus ein Aha-Erlebnis erfahren.
  • Für aufgeklärtere hingegen ist es vermutlich entbehrlich, weil es überwiegend eine in die Länge gezogene Aufzählung der Symptome eines entfesselten Turbo-Kapitalismus ist.
  • Für webaffine wird es ab Seite 239 stellenweise zur Lachnummer. Dass angegebene Internetquellen offenbar nur abgedruckt vorliegen ist konsequent.

Im Nachwort schreibt der Autor denn auch: Ich hoffe daher, zu einem späteren Zeitpunkt sowohl die akademische Theorie als auch den umfassenden Praxisleitfaden zur Des­informations­wirtschaft liefern zu können (Seite 275).

Dazu sage ich: Schreiben Sie dann mal Ihr Buch Herr Otte und veröffentlichen Sie es erst, wenn Sie damit fertig sind.


Buchrezension: Der Informationscrash von Max Otte

vom 16. April 2010

Wie wir systematisch für dumm verkauft werden, so der Untertitel. Die Freiheit der Entscheidung wird zur Suggestion.

Auch bei noch so viel Sympathie zur Intention und Grundaussage des Buches:
Allein die unsäglichen Ansagen zum Internet verhindern jede positive Gesamtbewertung.

Fazit: Gefährlich platt.

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