Lüge als Prinzip

Aufrichtigkeit im Kapitalismus

dieses Buch
Buchtipp
Lüge als Prinzip [hyperkontext | Leseliste]
Autor(en):
Wolfgang Engler
ISBN-10:
3351027095
Weitere Daten:
Aufbau-Verlag, 1. Auflage, Juni 2009
eingetragen am 29. Dezember 2009

Kurzbeschreibung von hyperkontext

Lüge als Prinzip - Aufrichtigkeit im Kapitalismus

Auf den ersten Blick hat dieses Buch vermeintlich nicht einmal im Hyperkontext Berührungspunkte mit dem Themenkreis dieser, meiner Website. Auf den zweiten Blick bietet das rund 200seitige Werk lehrreiche Verknüpfungen zum Web2.0.

Authentizität ist ein Leitwort unserer Epoche. Social-Media ermöglicht die ungefilterte Inszenierung. Letztendlich ist es eine Gratwanderung mit dem Narzissmus. Das Tagebuch löst den Brief als kulturelles Leitmedium ab (Seite 151); Identität wird zur Mache, zum Maskenball des Narzissmus (Seite 150), so beschreibt der Autor die Epoche, ohne über das Internet zu schreiben.

Der Buchautor und Soziologe, Wolfgang Engler, versucht sich schonungslos den Wurzeln von Aufrichtigkeit, Lüge, Authentizität und Vertrauen im gesellschaftlichen Kontext zu nähern. Dabei geht er bis ins Europa des 17. und 18. Jahrhunderts zurück.

Beispielsweise erinnert die Beschreibung der verlogenen höfischen Kommunikation dann stellenweise an Abläufe in heutigen Unternehmen und Organisationen. Phasenweise verliert Engler aber den Fokus und streift in Belanglosigkeiten herum, zumindest aus meiner Sicht.

Meine Interpretation des Werkes:
Der Kapitalismus braucht eine moralische und starke soziale Komponente, sonst wird er höchstens noch als verhasstes, aufgezwungenes System durch die Reichen überleben.
Ergo: Gefahr im Verzug! Ein Wink mit dem Zaunpfahl; wohl mehr an die Zivilgesellschaft, als an die (derzeitigen) Politiker.

Empfehlenswert ist das Buch nur für Menschen, die übergreifend in die Tiefe gehen wollen und gerne konzentriert lesen.

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