Schurkenstaat Schweiz?

Steuerflucht: Wie sich der größte Bankenstaat der Welt korrumpiert und andere Länder destabilisiert

dieses Buch
Schurkenstaat Schweiz? [hyperkontext | Leseliste]
Autor(en):
Werner Vontobel, Viktor Parma
ISBN-10:
357001083X
Weitere Daten:
Verlag C. Bertelsmann, Januar 2009
eingetragen am 21. Juni 2009

Kurzbeschreibung von hyperkontext

Schurkenstaat Schweiz? - Steuerflucht: Wie sich der größte Bankenstaat der Welt korrumpiert und andere Länder destabilisiert

Die beiden Autoren, die Journalisten Viktor Parma und Werner Vontobel, beantworten den Buchtitel ganz klar mit Ja. Der Name Schweiz ist eigentlich nur Zufall, denn es würde wohl jeder Staat so handeln, wenn er sich an geeignete Wirte dranhängen könnte.

Schon zur Zeit der französischen Revolution betätigte sich die Schweiz als Zufluchtsort für geschmuggelte Gelder reicher Adeliger. Fragwürdig ist auch die Rolle als finanzieller Umschlagplatz während des zweiten Weltkrieges.

Die Autoren gehen aber noch weiter und erklären, dass eine unredliche Agitation der Eidgenossen bereits zur Destabilisierung der Weimarer Republik und zum Aufstieg der Nazis beitrug.

Die zwei schweizerischen Journalisten zeichnen eine unschöne Schleimspur ihres Landes über die Jahrhunderte. Und im Angesicht der derzeitigen Verwerfungen an den Finanzmärkten auch ein Bild von gierigen, verlogenen und korrupten Akteuren dieser Branche, die vom eidgenössischen Staat zumindest nicht behindert werden.

Trotz dieser massiven Vorwürfe verfällt das Buch kaum in platte Polemik und an keiner Stelle in vage Verschwörungs­theorien. Ganz im Gegenteil: Mitunter minutiös recherchierte Abhandlungen und Personenprofile formen sich schrittweise zu kausalen Zusammenhängen. Auch die politischen Verflechtungen der helvetischen Finanzindustrie werden verständlich dargestellt und lassen die Außenpolitik dieses Staates in hellerem Licht erscheinen.

Es gibt einen Grund, warum hyperkontext dieses Buch nicht als Buchtipp führt: Das Thema ist heiß und mir fehlt der nötige Durchblick zur schweizerischen Politik, um Personen, Umstände und Einflüsse seriös einschätzen zu können, unter denen die rund 200 Seiten zustande kamen.


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